Freitag, 04.04.2014

Alarmstufe orange

In der Ukraine und Russland kriselt es gewaltig. Davon direkt betroffen sind die Preise für Exportsicherungen.

Voller Sorge blickt die Welt auf die Schwarzmeer-Anrainer. Die EU ist sich in ihrer Haltung zur Annexion der Krim einig, drohte bei Redaktionsschluss mit Sanktionen - und hat bereits 33 Akteuren der Krim-Krise die Einreiseerlaubnis entzogen sowie ihre Konten eingefroren. Während die Welt nun mögliche...

Kaufmännische Tugenden

Auch bei den Versicherern ist man vorsichtig, selbst wenn Marsh bei den Warenkreditversicherungen für Russland derzeit keine gravierenden Veränderungen sieht. Doch was, wenn plötzlich die Sanktionen kommen? Gibt es noch die Möglichkeit, das politische Risiko abzusichern? "Für Russland sind die politischen Risikoversicherungen momentan noch möglich. Mit Betonung auf ,noch'", sagt Versicherungsspezialist Jochen Körner unter Vorbehalt. Eines sei klar: "Russland hat das höchste Länderrisiko. Daher muss man die Versicherungsbranche auch loben, dass sie bisher bei bestehenden Versicherungen nicht die Limits abgesenkt hat." Die Branche bemüht sich um Stabilität. Trotzdem rät auch der Marsh-Experte zur Vorsicht: "Ich würde spätestens jetzt meine Notfallpläne aus der Schublade holen und auf Tauglichkeit prüfen." Dabei appelliert er an die kaufmännischen Tugenden: "Unternehmer sollten nur Geschäfte mit Handelspartnern abschließen, die sie sehr gut kennen oder deren Bonität sie kennen. Falls es zu weiteren Sanktionen kommt und ein Partner eventuell darunterfällt, könnte dies je nach Ausgestaltung der Individualsanktion zu einem Wegfall des Versicherungsschutzes führen." Die Drohung von Sanktionen steht im Raum - doch sie führt de facto schon jetzt zu Hürden in der Exportversicherung und einem Einschnitt bei den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. <<

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