Freitag, 04.08.2017

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Damit die Lieferkette schnell und reibungslos verläuft, muss eine verlässliche Kommunikationsstrategie her – zum Beispiel „CPFR“.

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CPFR

In neun Schritten zur effizienten Lieferkette

Wenn Bedarfe entlang der Lieferkette unpräzise kommuniziert werden, leidet die Unternehmenseffizienz. Abhilfe schafft „Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment“. Teil 7 der Serie.

Beim „Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment“ (CPFR) handelt es sich um eine auf der Kommunikation und dem Datenaustausch der Lieferkette basierende Bestandsmanagementstrategie. CPFR zielt darauf ab, Nachfrageschwankungen zwischen Händlern und Herstellern einzudämmen und in Folge dessen die Unternehmenseffizienz zu steigern.

Nachfrageschwankungen innerhalb der Lieferkette entstehen durch den sogenannten „Bullwhip-Effekt“. Dabei werden Bedarfe entlang der Lieferkette unpräzise kommuniziert. Je verzweigter die Lieferkette, desto höher können die Bedarfsschwankungen ausfallen und desto gravierender sind die Auswirkungen auf die Effizienz der Lieferkette.

Implementierung von CPFR in neun Schritten

Schritt 1: Partnerschaft zwischen Teilnehmern der Lieferkette

Zunächst werden die Rahmenbedingungen der CPFR-Kooperation zwischen Händler und Hersteller definiert. Abläufe und Prozesse sollen im ersten Schritt an Transparenz gewinnen und standardisiert werden.

Schritt 2: Aufsetzen eines Geschäftsplans

Um eine zielführende Kooperation zu leben, muss im zweiten Schritt ein Geschäftsplan erarbeitet werden. Dieser sollte präzise Aufschluss geben über das Warengruppenmanagement der Vertragspartner sowie Auftragsdaten erfassen.

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Schritt 3: Prognose von Verkaufszahlen

Aus dem Geschäftsplan heraus werden im nächsten Schritt die Verkaufszahlen prognostiziert, zuzüglich Produktions- und Bestandsplanung, um die Verfügbarkeit der entsprechenden Produkte zu optimieren.

Schritt 4: Erfassung signifikanter Abweichungen der Prognose

Bei einem Vergleich der von den verschiedenen Stationen der Lieferkette abgegebenen Prognosen werden signifikante Abweichungen ermittelt. So können etwaige Schwankungen vorzeitig identifiziert werden.

Schritt 5: Gemeinsame Lösungssuche für Abweichung von Prognose

Die erkannten Abweichungen werden daraufhin direkt zwischen den betroffenen Parteien kommuniziert. Nach Klärung der Abweichung wird die Verkaufsprognose angepasst.

Schritt 6: Prognose von Bestellungen

Zusätzlich zu Geschäftsplan und Verkaufsprognose ermitteln Händler und Hersteller eine Bestellprognose, welche auf den Verkaufsdaten basiert und die Rahmenbedingungen des Geschäftsplans berücksichtigt.

Schritt 7: Erfassung signifikanter Abweichungen der Prognose

Ähnlich dem vierten Schritt werden nun signifikante Abweichungen zwischen den verschiedenen Bestellprognosen von Händler und Hersteller analysiert.

Schritt 8: Gemeinsame Lösungssuche für Abweichung von Prognose

Genau wie in Schritt fünf werden die Abweichungen kommuniziert, angepasst und in der Bestellprognose erneuert.

Schritt 9: Bestellvorgang

Abschließend resultiert aus der finalen Bestellprognose die tatsächliche Bestellung der Waren.

Handlungsempfehlung

Ein vollständig integriertes CPFR kann den „Bullwhip-Effekt“ zwar nicht vermeiden, es kann sein Ausmaß allerdings stark verringern. Für den Mittelstand ergeben sich durch CPFR oftmals Einsparpotenziale, die vorher aufgrund unzureichender Kommunikation unentdeckt bleiben.

Autor

Marc Kloepfel ist Mitgründer und Geschäftsführer der Einkaufsberatung Kloepfel Consulting. Dort verantwortet er die Strategie und das Projektmanagement. Darüber hinaus ist Marc Kloepfel für das Management der Auslandsstandorte in Österreich, Polen, der Schweiz sowie der Slowakei zuständig.