Montag, 27.02.2017
And the winner is: Das Wirtschaftsministerium vergibt seit 2011 den Rohstoffeffizienz-Preis.

Foto: BMWi/Andreas Mertens

And the winner is: Das Wirtschaftsministerium vergibt seit 2011 den Rohstoffeffizienz-Preis.

Einkauf
Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2016

Umweltfreundlicher, nachhaltiger, weniger Verunreinigungen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2016 in Berlin vergeben. In der Kategorie Unternehmen wurden vier Mittelständler ausgezeichnet.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zeichnet jährlich herausragende Beispiele für rohstoff- und materialeffiziente Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen sowie anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus. Unter fachlicher Leitung der Deutschen Rohstoffagentur werden dabei bis zu vier Unternehmen prämiert. In der Kategorie Forschung wurde das Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik an der Technischen Universität Dresden ausgezeichnet.

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BHS-Sonthofen gemeinsam mit MSW Mineralstoffwerke Südwest

Das Problem: Die MSW Mineralstoffwerke Südwest hatten mit Muschelkalkgestein zu kämpfen, das mit einem hohen Anteil von Lehm verunreinigt war. Das unverkäufliche Material musste auf dem eigenen Firmengelände aufwendig deponiert werden.

Die Lösung:
Mit dem BHS-Combimix-Verfahren wird das lehmbehaftete Gestein durch einen Doppelwellenmischer zu einem wertvollen Baustoff verarbeitet.

Der Mehrwert: Das neue Verfahren schont die Ressource Kalkstein, wodurch Steinbrüche länger genutzt werden und Millionen Tonnen deponierten Kalksteins reaktiviert werden können. Zusätzlich wird der Energiebedarf für die Aufbereitung um bis zu 20 Prozent gesenkt. Mit dem Verfahren erhöht sich die Ausbeute der Lagerstätte um rund 25 Prozent und die Rohstoffeffizienz von bisher rund 70 Prozent steigt auf etwa 93 Prozent.

ERK Eckrohrkessel gemeinsam mit La Mont und Technische Hochschule Wildau

Das Problem: Thermische Energie konnte bisher nicht von einem Stoffstrom auf einen anderen übertragen werden.

Die Lösung:
Neue Rohrgeometrien mit strukturierten Oberflächen. Sie ermöglichen eine deutlich höhere Wärmeübertragung als handelsübliche Drall-, Spiral- oder Rippenrohre. Die Entwicklung dauerte zehn Jahre.

Der Mehrwert: Das Ausgangsmaterial sind handelsübliche Glattrohre. Im Vergleich zu konventionellen Apparaten mit Glattrohren ist die Wärmeübertragung durch die „ERK Tube Technology“ etwa doppelt so groß. Das bedeutet entweder eine Materialersparnis von 50 Prozent oder signifikante Leistungssteigerungen bei gleicher Baugröße.

Rausch Therm-Stein gemeinsam mit Luca Industries International und MPVA Neuwied

Das Problem: Die dämmende Außenwand eines Wohngebäudes wird heute überwiegend mit einem aus Erdöl produzierten Wärmedämmverbundsystem hergestellt. Der Wertstoff kann später nur schwer recycelt werden.

Die Lösung:
Ein Dämmsystem, das auf Bimsstein basiert, der mit Mineralschaum gefüllt ist.

Der Mehrwert:
Bimsbaustoffe gelten als sehr nachhaltige Wandbaustoffe, mit ihnen kann das Wandsystem nach der Nutzung komplett recycelt werden. Somit wird künftig weniger Deponieraum für die Entsorgung von Mischabfällen aus dem Bauwesen benötigt. Zudem wird eine beträchtliche CO2-Einsparung erreicht, da der Baustoff keine thermische Verwertung benötigt, sondern zu 100 Prozent recycelt wird. Das bedeutet eine effiziente Nutzung für die Rückgewinnung oder für die Substitution von Rohstoffen. Zudem erfüllt das neue Dämmsystem sämtliche Anforderungen in puncto Wärmeschutz, Schallschutz und Brandschutz.

Rosswag

Das Problem: In einem Schmiedebetrieb fallen jährlich mehrere Tonnen Schmiedereste an, die meist in Form von Metallschrott verlorengehen.

Die Lösung:
Ein Recyclingverfahren, bei dem aus Schmiederesten durch erneutes Aufschmelzen und anschließendes Verdüsen ein feinkörniges Metallpulver hergestellt wird, das wiederum mittels Metall-3-D-Druck (Selektives Laserschmelzen) auf geschmiedete Bauteile gedruckt werden kann.

Der Mehrwert: Durch die Kombination der Metallpulverherstellung aus Schmiederesten mit den beiden Fertigungsverfahren Schmieden und selektives Laserschmelzen entstehen in einem geschlossenen Kreislauf ressourceneffiziente Hybridbauteile.