Donnerstag, 04.02.2016
„Aufschwung ohne Ende?! – Wie können Firmen die Unternehmensfinanzierung auch für schlechte Zeiten sichern“ lautete das Thema der „Allianz für den Mittelstand – Die Finanzierungsinitiative“ am 5. Oktober in Frankfurt. Quelle aller Fotos: An

„Aufschwung ohne Ende?! – Wie können Firmen die Unternehmensfinanzierung auch für schlechte Zeiten sichern“ lautete das Thema der „Allianz für den Mittelstand – Die Finanzierungsinitiative“ am 5. Oktober in Frankfurt am Main. Fotoquelle aller Fotos: Andreas Klehm

Finanzierungsinitiative Oktober 2015

Keine Zeit für Gemütlichkeit

Mittelständler und Finanziers diskutierten über die konjunkturelle Lage und darüber, was eine Abkühlung der Wirtschaft für die Unternehmensfinanzierung bedeuten würde.

Eigentlich schreien die Zeiten geradezu nach umfassenden Investitionen: Die konjunkturelle Lage ist gut, die Nachfrage hoch, für die nächsten Jahre wird ein Wachstum prognostiziert. Dennoch zögern viele Mittelständler und bauen stattdessen weiter an ihrem Eigenkapitalstock – denn sie meinen, Anzeichen für eine neue Krise erkennen zu können.

Um für ebenjene Zeiten gerüstet zu sein, in denen die Konjunktur nicht mehr so rund läuft, sollten Unternehmen aber frühzeitig ihr Finanzierungsmodell diversifizieren, rieten die vier Unternehmensvertreter in der Diskussionsrunde. Eine enge Beziehung zu den (Haus-)Banken sei hierfür ebenso wichtig wie die frühzeitige Analyse von alternativen Finanzierungsmodellen am Kapitalmarkt. Auch ein solider Eigenkapitalstock helfe bei den Verhandlungen, sind sie sich sicher.

Im Gespräch mit Vertretern von Banken und Ratingagenturen diskutierten die Unternehmer die Bedeutung von flexibler Liquidität.

 

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Ausschnitte aus der Diskussion:

"Natürlich ist Transparenz wichtig. Das fällt mir nicht schwer, weil ich auskunftsfreudig bin. Neben der Hausbankfinanzierung bediene ich mich bei der Finanzierung von Maschinen sehr gern der Leasingfinanzierung, die gesichert wird."

Klaus Junghans, Geschäftsführer der Junghans Kunststoffwaren-Fabrik

"Naturgemäß folgt einem konjunkturellen Aufschwung auch irgendwann wieder ein Abschwung. Auf diese Zyklen sollten sich Unternehmen grundsätzlich gemeinsam mit ihren Finanziers vorbereiten. Das Ziel sollte eine nachhaltige Finanzierung sein, die das Unternehmen auch in Schwächephasen stützt."

Sandra Heinrich, Leiterin Unternehmens- und Immobilienfinanzierung bei der Deutschen Bank

"Die Finanzierungsquellen im Mittelstand werden vielfältiger, auch getrieben von den Banken, die ihr Produktspektrum verbreitern. Ich rate Unternehmen, sich langfristig verschiedene Finanzierungsquellen zu sichern, auch wenn sie noch nicht wissen, was die Zukunft bringt."

Katrin Wiebus, Direktorin der KfW Mittelstandsbank im Bereich Individualfinanzierungen Unternehmen

"Eigenkapital ist ein wichtiger Faktor im Rating, hilft jedoch bei der Finanzierung nur sekundär weiter. Es ist die Liquidität, die zählt. Auch deshalb halten wir einen sehr engen Kontakt zu unseren Hausbanken und informieren sie über unsere Finanzkennzahlen sowie über Innovationen und unsere Produkte."

Markus Höfliger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Firma Harro Höfliger Verpackungsmaschinen

"Meiner Meinung nach wird mindestens ein Jahr Vorlauf benötigt, um mit einer Bank eine größere Finanzierung zu stemmen. Daher würde ich Kreditlinien verhandeln und, wenn ich diese nicht benötige, lieber etwas Bereitstellungszinsen zahlen, aber für einen Ernstfall vorbereitet sein."

Michael Friemel, Vorstand des Softwareanbieters CSS

"Möchte ein Unternehmen Flexibilität haben, muss es mit einem Bond an den Kapitalmarkt gehen. So hat es weniger vertraglich verankerte Kontrollen und lange Laufzeiten mit einer Bullet-Rückzahlung am Ende."

Mark Währisch, Director des Bereichs Ratings Analytical, Corporate Ratings bei Standard & Poor’s

"Krise führt zu Hektik und Vertragsuntreue. Deswegen finde ich den Hinweis wichtig, dass Unternehmen sich in der Refinanzierung genug Wege offenhalten, um kurzfristig Spielraum zu haben. Und dazu sind die aktuellen Zeiten wirklich ideal."

Godelef Kühl, Vorstand bei dem Softwarehersteller Godesys