Donnerstag, 20.07.2017
Informationstechnologie-Initiative Mai 2017

Was Social Collaboration für Unternehmen bedeutet, zeigt die Diskussion bei der „Allianz für den Mittelstand – die IT-Initiative“, die am 11. Mai in Frankfurt am Main (Eurotheum) stattfand. Copyright aller Fotos: Andreas Varnhorn

IT-INITIATIVE Mai 2017

Social Collaboration

Was Social Collaboration für Unternehmen bedeutet, zeigt die Diskussion bei der „Allianz für den Mittelstand – die IT-Initiative“.

Mit Schlagworten wie Cloud und Social Media, vernetzter Zusammenarbeit und Strategien zur Digitalisierung sind mittelständische Unternehmen oft mehr verwirrt als informiert. Woran Mittelständler denken, wenn sie den Begriff der „Social Collaboration“ hören, zeigte das von „Markt und Mittelstand“ veranstaltete Treffen der IT-Initiative im Rahmen der „Allianz für den Mittelstand“.

 

Große, etablierte Unternehmen seien gegenüber neuen Formen der virtuellen Zusammenarbeit bisweilen skeptisch, hat Ralf Preusser beobachtet, Produktevangelist für Sage Live bei Sage. In der Organisationsentwicklung von Unternehmen müssten Mitarbeiter für bestimmte Themen besonders sensibilisiert werden, betont Andreas Altena, Geschäftsführer von Sollence und Auditor der DQS. „Wir setzen Filter ein, um nicht im Information-Overload zu ersticken“, sagt Burkhard Remmers, verantwortlich für Internationale Kommunikation bei Wilkening + Hahne. „Social Collaboration ersetzt keine persönlichen Begegnungen“, findet Christian Tessen, Leiter Marketing, Verkauf und Öffentlichkeitsarbeit bei DamenmodeBI.

Ausschnitte aus der Diskussion:

Andreas Altena, Geschäftsführer, Sollence und Auditor der DQS

"Wenn man mit einem Softwareprodukt oder einer Dienstleistung wirtschaftlichen Erfolg hat, braucht man demnächst keinen Buchhalter mehr. Dann setzt man eine Hilfskraft an die Durchsicht von Rechnungen. Wenn der Mitarbeiter nicht weiter weiß, springt der Chatbot ein. Das klingt gut, birgt aber auch Gefahren: Denn die Verantwortung beim Softwarehersteller wächst enorm. Schließlich darf der Chatbot keine falschen Antworten geben."

Andreas Altena, Geschäftsführer, Sollence und Auditor der DQS

Ralf Preusser, Produktevangelist Sage Live, Sage GmbH

"Vor allem bei kleineren mittelständischen Unternehmen ist der Missbrauch von Daten häufig ein Problem. Deren Daten sind oftmals nicht gut gesichert. Ein Umzug der Daten vom firmeneigenen Server in die Cloud kann daher ein Plus an Sicherheit bedeuten. Nur in professionellen Rechenzentren sind die Systeme wirklich vor Missbrauch und Diebstahl sicher. Als Anbieter sorgen wir genau dafür und übernehmen so die Verantwortung für den Anwender."

Ralf Preusser, Produktevangelist Sage Live, Sage GmbH.

Burkhard Remmers, verantwortlich für Internationale Kommunikation bei Wilkening + Hahne

"Das Unternehmen muss zunächst Ziele definieren und festlegen: Was will es mit Social Collaboration erreichen? Die Umsetzung ist dann ein Changeprozess, bei dem die Mitarbeiter durch die Personalabteilung motiviert und begleitet werden. Die IT-Abteilung setzt beispielsweise die Technik für das Konzept „Bring Your Own Device“ um, bei dem Mitarbeiter ihre eigenen Smartphones oder Tablets zur Arbeit in die Firma bringen. Erst relativ spät geht es um die räumliche Gestaltung, das heißt um die Ausstattung der Arbeitsbereiche mit ansprechendem Mobiliar. Entscheidend ist: Bei diesem Prozess des Wandels müssen vor allem die Mitarbeiter mitmachen."

Burkhard Remmers, verantwortlich für Internationale Kommunikation bei Wilkening + Hahne.

Christian Tessen, Leiter Marketing, Verkauf und Öffentlichkeitsarbeit, Damenmode BI

"In unserem Unternehmen können wir gar nicht anders kommunizieren, weil wir in vier Ländern arbeiten – in Deutschland, Polen, in der Ostukraine und den USA. Es klappt sehr gut, Konferenzen per Skype oder Video durchzuführen. Aber: Voraussetzung ist, dass sich die Teilnehmer zumindest einmal live getroffen haben. Es ist ein anderes Gefühl des Miteinander und der Kommunikation, wenn man sich persönlich kennt. Digital ersetzt nicht, was wir fühlen – auch wenn die digitale Arbeitswelt eine große Zukunft hat."

Christian Tessen, Leiter Marketing, Verkauf und Öffentlichkeitsarbeit, Damenmode BI