Donnerstag, 17.05.2012
04.11.11 15:38

Finanzwirtschaft

Das Ende der Zinsen

Von Joachim Kary

Im trüben November kommen wir besonders leicht auf düstere Gedanken. Die Angst, dass unser Geld nicht mehr sicher ist, weil weltweit die Notenpressen heiß laufen, geht wieder um.

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Das Ende der Zinsen

Auch wenn sich kaum noch jemand persönlich erinnert, so sind die Bilder der Währungsreform 1923, als Geldbündel wertloses Kinderspielzeug wurden, tief im Bewusstsein der Deutschen verankert. Als Steinbrück und Merkel in der Lehman-Krise verkündeten, die Einlagen seien sicher, hat das noch alle beruhigt. Heute sind nicht einmal die Staaten sicher; wie soll man da in sie vertrauen können? Bislang stemmt sich Deutschland gegen die Aufweichung der definierten EZB-Aufgaben, doch in anderen Ländern wird das zunehmend als Akt deutscher Aggression aufgefasst. Es scheint weniger eine Frage des ob, 
 sondern vielmehr des wann die Kanzlerin nachgeben wird.

 

Dann hätte auch die EZB die Schleusentore weit geöffnet, wie schon Japan und die USA seit Jahren. Niedrige Zinsen, viel Geld – das eigentliche Wunder ist, dass die viel erwartete Inflation noch nicht gekommen ist. Doch die Chancen stehen schlecht, schreibt André Hülsbömer in unserer Titelgeschichte ab Seite 12, dass es so bleibt: Wie lange hält unser Geld?

 

Derzeit leben wir in einer Welt mit überschaubarer Inflation, in der die Zinsen quasi abgeschafft sind. Häuslebauer und Sparer wissen, was das heißt. Für viele Unternehmer wird die Rede vom Ende der Zinsen aber hohl klingen. Denn die neuen Kapitalvorhalteregeln, die auf die Banken zukommen, werden die Kosten von Unternehmenskrediten ordentlich hochtreiben. Ein niedriger Euribor als Basis dämpft zwar die Gesamtzinsbelastung, doch die Zinsschere zwischen guten und schlechten Bonitäten wird weit auseinanderklaffen. Sollte unser Geld nicht mehr lange halten, werden wir uns nach solchen Sorgen zurücksehnen.


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