Lernen von Menschen mit Behinderung
Außergewöhnlicher Ausbildungsort
KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar
So werden am Standort Bietigheim bei Stuttgart seit 1997 jährlich zwölf Auszubildende im dritten Lehrjahr in die Theo-Lorch-Werkstatt, eine gemeinnützige Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, entsandt. Dort arbeiten sie jeweils einen Monat intensiv mit den Menschen zusammen, erfahren den Umgang mit ihnen, lernen ihre spezifischen Probleme im täglichen Leben kennen und erarbeiten nicht zuletzt Lösungsansätze, die dieser Personengruppe das Arbeiten in der Werkstatt erleichtern können, etwa indem sie Montagevorrichtungen umbauen oder geeignete Transportvorrichtungen anfertigen.
Thomas Lerch, Leiter Personal Deutschland, zu dem Modell: „Bei Valeo halten wir es mit Daniel Goeudeverts Sicht von Bildung: ‚Ausbildung ohne Bildung führt zu Wissen ohne Gewissen.’ Dem wollen wir aktiv gegensteuern.“ Gleichwohl war der Personaler überrascht, auf welch positive Resonanz das einstige Projekt und der mittlerweile feste Bestandteil der Valeo-internen Ausbildung bei den Jugendlichen stieß, und zwar von Anfang an. „Die Aussagen und Erfahrungen unserer beteiligten Auszubildenden sind für uns eine große Motivation, an diesem Projekt festzuhalten,“ so Lerch.
Philipp Rüger, unterdessen Labortechniker, ehemaliger Auszubildender und schon acht Jahre im Unternehmen, erinnert sich sehr gerne an die Zeit in der Theo-Lorch-Werkstatt: „Es war ein Highlight in meiner Ausbildung. Schon die ersten Kontakte zeigten die Aufgeschlossenheit, Kontaktfreudigkeit und Lebensfreude dieser Menschen. Vieles von dem Erlebten macht mich auch heute noch nachdenklich, wenn ich darüber nachdenke, wie wir viele kleine Problemchen manchmal unnötig und über die Maßen aufblasen."
Die Idee in Kürze:
Name: Außergwöhnlicher Ausbildungsort
Wer: Auszubildende
Wie: Auszubildende werden für einen Monat in eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung entsandt
Warum: Schulung sozialer Kompetenz, soziales Engagement
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