Dienstag, 22.05.2012
02.11.11 13:25

Schmiergelder: mancherorts tägliche Praxis

Von Doris Hülsbömer

Die Bestechung ausländischer öffentlicher Stellen ist Teil des Auslandsgeschäfts. Bei der Veröffentlichung des Schmiergeldzahlerindex von *Transparency International* zeigen Unternehmen aus *China* und *Russland* die größte Bereitschaft, im Ausland für Aufträge Schmiergelder zu zahlen.

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(doh) Die Bestechung ausländischer öffentlicher Stellen ist Teil des Auslandsgeschäfts. Bei der Veröffentlichung des Schmiergeldzahlerindex von Transparency International zeigen Unternehmen aus China und Russland die größte Bereitschaft, im Ausland für Aufträge Schmiergelder zu zahlen. Unternehmen aus den Niederlanden und der Schweiz weisen dagegen die größte Zurückhaltung bei solchen Zahlungen auf, gefolgt von Belgien, Deutschland und Japan. Der Index basiert auf einer Befragung von 3.000 Unternehmensvertretern aus Industrie- und Schwellenländern.

 

Verdeckte Praxis in China

„Jeder deutsche Mittelständler, der nach Osteuropa und weiter östlich expandiert oder Aufträge aus diesen Regionen erhält, kommt mit diesem Thema auf allen Ebenen in Berührung“, erklärt Uwe Knebelsberger, Geschäftsführer von Corporate Trust, gegenüber Markt und Mittelstand. Die Chance für einen deutschen Mittelständler, in Ausschreibungen insbesondere in den besonders korruptionsgefährdeten Branchen einbezogen zu werden, sinke sonst erheblich. Der Wunsch nach Zahlungen werde dabei oftmals zum Beispiel als „Markteinstiegsprovision“ deklariert. Besonders betroffen seien Auslandsengagements in der Ukraine, Weißrussland und Russland. In China laufe das Thema oft etwas diskreter ab. Uwe Knebelsberger geht von einer sehr hohen Dunkelziffer aus, wie dies auch einige Studien belegen.

 

Ein Unternehmer setzt dabei viel aufs Spiel. Wenn Mitarbeiter in solche Praktiken einsteigen, drohen dem Unternehmen Schadensersatzforderungen und eine Strafanzeige. Wenn der Fall in den Medien verbreitet wird, ist der Imageschaden erheblich. Vorkehrungen oder Regelsysteme sind im Mittelstand aber noch die Ausnahme. Hilfe bietet der Leitfaden „Korruption bekämpfen“ vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag und der Internationalen Handelskammer. Der Verhaltenskodex richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen.

 

Quellen: Transparency International, DIHK, Markt und Mittelstand

Bildquelle: sxchu

 

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Hohe Korruptionstoleranz europäischer Unternehmen