Deutsches Engagement im Ausland auf Rekordniveau
(stg) So aktiv wie dieses Jahr waren deutsche Unternehmen noch nie auf ausländischen Märkten. Mit 43 Prozent ist China erstmals Zielregion Nummer eins für deutsche Direktinvestitionen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Asien und Lateinamerika wollen viele durch eine Präsenz direkt vor Ort noch besser nutzen, zeigt eine aktuelle DIHK-Umfrage.
Deutsche produzieren im Ausland
Dabei reichen den deutschen Unternehmern reine Vertriebsbüros oder ein Kundendienst vor Ort nicht mehr aus. Etwa ein Drittel wählt deswegen den teureren Weg der Auslandsproduktion zur Markterschließung. „So kann die dynamische Nachfrage noch schneller und zielgenauer bedient werden, etwa für spezielle Kundenwünsche oder bei regionalen Normen und Zulassungsvoraussetzungen“, heißt es als Begründung in den Umfrageergebnissen.
Kosten nur noch bei jedem Fünften im Visier
Auf die Kosten schauen Unternehmer hingegen immer weniger, deswegen spielt auch die Produktionsverlagerung ins Ausland wegen geringerer Lohnkosten nur noch für 22 Prozent der Befragten eine Rolle. Noch vor acht Jahren war dieser Wert mit 42 Prozent etwa doppelt so hoch.
Vom Erfolg im Ausland profitiere auch der deutsche Standort, behaupten die Experten des DIHK. Sie gehen von einer Kausalverknüpfung zwischen dem Auslandsengagement und der Investitionsfreude am Heimatstandort aus. „Industrieunternehmen, die sich im Ausland engagieren, wollen auch hierzulande deutlich mehr investieren und einstellen als andere. Sie schaffen in Deutschland in diesem Jahr rund 60.000 neue Arbeitsplätze.“
Handelshemmnisse umgehen
Rund ein Viertel der Unternehmer engagieren sich im Ausland, um Handelshemmnisse zu umgehen. Das gilt besonders für Aktivitäten in China und Südamerika. Laut DIHK richte sich der Appell an die Politik: Der Wegfall von Zollschranken solle vorangetrieben werden, damit sich der Handel zwischen den Kontinenten intensivieren ließe. Hiervon könnten beide Seiten profitieren.
Quellen: DIHK, Markt und Mittelstand
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