Kritik an Bilanzierungsstandard IFRS-SME
(stg) „Für große kapitalmarktfähige Familienunternehmen nicht hinreichend aussagekräftig, für mittelständische Familienunternehmen zu umfangreich, zu komplex, zu teuer und im Grunde mit Informationspflichten beladen, die für sie nicht relevant sind.“, kritisiert Prof. Dr. Dr. Brun-Hagen Hennerkes von der Stiftung Familienunternehmen den Rechnungslegungsstandard IFRS-SME.
Die Stiftung und der VMBEF (Vereinigung zur Mitwirkung an der Entwicklung des Bilanzrechts für Familiengesellschaften) hatten ein Gutachten zu den Bilanzierungsrichtlinien in Auftrag gegeben, das heute veröffentlicht wurde. IFRS-SME gehe am Informationsbedürfnis und an der Zielgruppe von nicht-börsennotierten Familienunternehmen vorbei, so die Gutachter. Zudem führe diese Art der Rechnungslegung zu einer unnötigen Komplexitätssteigerung, die erhebliche Mehrkosten für Unternehmen bedeuten könnten. Aus bilanzpraktischem Blickwinkel sei der IFRS-SME also kritisch. Schließlich, urteilen die Gutachter, sei der IFRS-SME auch unter rechtlichen Aspekten problematisch.
Die Stiftung Familienunternehmen und die VMBEF fordern, dass Familienunternehmen künftig eine Wahlmöglichkeit erhalten bleibt, nach welchen Bilanzierungsvorschriften sie abschließen.
Quelle: Stiftung Familienunternehmen, Markt und Mittelstand