Mittwoch, 23.05.2012
21.07.10 15:01

WWW – Wer, Wann und Warum E-Learning nutzen sollte

Von Joachim Kary

Grob gesprochen, gibt es E-Learning-Programme und deren Anbieter wie Sand am Meer. Bei den Kosten sind die Grenzen nach oben offen und so fällt es schwer, in das Dickicht von Preisen, Herstellern und Software eine Schneise zu schlagen. Für wen welche Programme nützlich sind und worauf Mittelständler achten sollten.

Kommentare

Grob gesprochen, gibt es E-Learning-Programme und deren Anbieter wie Sand am Meer. Bei den Kosten sind die Grenzen nach oben offen und so fällt es schwer, in das Dickicht von Preisen, Herstellern und Software eine Schneise zu schlagen. Für wen welche Programme nützlich sind und worauf Mittelständler achten sollten.


Von Joachim Kary

 

„E-Learning spart Zeit und Geld“, erklärte August-Wilhelm Scheer, Chef des IT-Branchenverbandes Bitkom, im vergangenen Herbst bei der Präsentation einer Studie zum Thema E-Learning. Der Studie zufolge ist es ein eindeutiger Vorteil, dass die Lernenden selbst bestimmen können, wann und wo sie lernen. So können Reisekosten gespart, Abwesenheiten reduziert und die Lerneffizienz gesteigert werden. Dass diese aber nicht in jedem Fall einfach realisierbar ist, erklärt eine Einschätzung eines Beratungsunternehmens. Darin heißt es:

„Die Annahme, die neuen Medien führten quasi automatisch zu einer Steigerung der Motivation, Lerneffektivität und Effizienz, lässt sich nicht bestätigten. Und die erwarteten Kosteneinsparpotentiale lassen sich oft genug nicht realisieren bzw. erfordern zunächst erhebliche Aufwendungen.“

Der Aufwand und die Kosten für die Installation sind mitunter auch der Grund, warum aktuell nur jedes vierte Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern über E-Learning-Programme verfügt. In größeren Betrieben nutzen allerdings bereits mehr als die Hälfte E-Learning-Tools.

 

Maßgeschneidert

 

Um eine ungefähre Faustregel zu benennen, sollte rund ein drei Drittel der Belegschaft einmal pro Jahr an der gleichen Fortbildung teilnehmen, damit sich Anschaffung und Umsetzung lohnen. Für Mittelständler mit rund 500 Mitarbeitern ist es wenig sinnvoll individuelle, für das Unternehmen und den eigenen Produktionsprozess programmierte E-Learning-Systeme herstellen zu lassen, die nur für wenige Arbeiternehmer relevant sind. Die Entwicklungs- und Anschaffungskosten sowie die ständige Aktualisierung der Programme sind zu teuer. Außerdem sprechen diese Programme zu wenige Mitarbeiter an. Daher rechnen sich diese sich im Vergleich mit herkömmlichen Fortbildungen eher nicht.

 

Im Fortbildungsbereich gibt es zwei verschiedene Arten von Maßnahmen. Zum einen existieren Weiterbildungen, die gesetzlich vorgeschrieben sind oder beispielsweise für Produktionsprozesse in regelmäßigen Abständen immer wieder aufgefrischt werden müssen. Zum anderen gibt es Entwicklungstrainings, bei der individuell eine Mitarbeitergruppe geschult wird und so beispielsweise auf die nächste Hierarchiestufe vorbereitet wird. Überlegt sich nun ein Mittelständler, ein E-Learning-System zu installieren, sollte er zunächst genau die Belegschaft, bestehende Weiterbildungsmaßnahmen und die Häufigkeit der Programme analysieren. „Damit sich für Mittelständler ein E-Learningsystem lohnt, muss die Mehrheit der Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen die gleiche Fortbildung besuchen“, sagen Experten.

 

[page]

 

Um eine ungefähre Faustregel zu benennen, sollte rund ein drei Drittel der Belegschaft einmal pro Jahr an der gleichen Fortbildung teilnehmen, damit sich Anschaffung und Umsetzung lohnen. Für Mittelständler mit rund 500 Mitarbeitern ist es wenig sinnvoll individuelle, für das Unternehmen und den eigenen Produktionsprozess programmierte E-Learning-Systeme herstellen zu lassen, die nur für wenige Arbeiternehmer relevant sind. Die Entwicklungs- und Anschaffungskosten sowie die ständige Aktualisierung der Programme sind zu teuer. Außerdem sprechen diese Programme zu wenige Mitarbeiter an. Daher rechnen sich diese sich im Vergleich mit herkömmlichen Fortbildungen eher nicht.

 

Von der Stange

 

Ein Mittelständler aus dem Nordrhein-Westfalen hat sich für ein E-Learning-System entschieden. Allerdings wurde nicht ein individuell programmiertes ausgewählt, denn das wäre für den Mittelständler zu teuer geworden. Die Entscheidung fiel auf ein Produkt „von der Stange“. „Alle unsere Mitarbeiter müssen einmal pro Jahr eine Arbeitssicherheitsschule besuchen“, erklärt die Verantwortliche. Insgesamt gibt es fünf Schulungen, die jeweils rund 30 Minuten dauern. An einem Computer können sich die Mitarbeiter mit einem persönlichen Passwort anmelden und die Schulung durchführen. Dieses System bietet zahlreiche Vorteile.

Wichtigster Aspekt ist, dass in Sachen Arbeitsschutz Rechtssicherheit besteht. Da alle Mitarbeiter innerhalb des Systems eine Prüfung ablegen müssen und ein Zertifikat erhalten, kann bei einem Arbeitsunfall der Versicherung nachgewiesen werden, dass alle Schulungen absolviert wurden. Das Kontrollsystem, das mit einem einfachen Klick aufzeigt, wer, wann, welche Schulung bestanden hat, ist ein weiterer Vorteil. Ein Massenprodukt kann natürlich nicht jedem individuellen Anspruch gerecht werden.

 

So gut wie jeder Computer ist heute internetfähig. Damit sind die Systemvoraussetzungen niedrig und die Anschaffungskosten für die neue Hardware gering. Da die Fortbildungen nicht zum gleichen Zeitpunkt durchgeführt werden müssen, benötigt auch nicht jeder Mitarbeiter einen eigenen PC.

Die Kosten für die Software bzw. für die Freischaltung im Internet staffeln sich nach der Mitarbeiterzahl. Ein Unternehmen mit 300 Mitarbeitern, die an der Schulung teilnehmen sollen, muss zwischen 6.500 und 9.000 Euro für die Lizenzen pro Jahr bezahlen. Unabhängig von den Anbietern und davon, ob die Programme fest auf dem Computer installiert sind oder über einen Server im Internet laufen, sind die Installation und der Umgang unkompliziert. Für Mittelständler gilt also: Programme von der Stange sind die bessere Lösung. Damit heißt es nicht entweder E-Learning oder konventionelle Fortbildung, sondern sowohl E-Learning als auch konventionelle Fortbildung.

 

Zurück zur Startseite