Deutsche Schattenwirtschaft boomt
(lic) Die Schwarzarbeit entwickelt sich in Deutschland zu einer regelrechten Parallelwirtschaft: Mittlerweile wird jeder siebte Euro schwarz erwirtschaftet, der Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt bei 14,65 Prozent. Damit stieg die Schattenwirtschaft zum zweiten Mal in Folge: 2009 betrug ihr Volumen 352 Milliarden Euro, 2010 sollen es bis zu neun Milliarden Euro (2 Prozent) mehr sein.
Das ergab eine Studie des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW). Vor allem im Bau und im Handwerk greife die Schwarzarbeit um sich: Auf diese Branchen sollen rund 40 Prozent der Schattenwirtschaft entfallen.
1975 betrug die Schwarzarbeit in Deutschland erst 5,75 Prozent. Doch Arbeitslosigkeit und zunehmende Steuerlast haben sie über Jahrzehnte hinweg anschwellen lassen: Der bisherige Rekordwert lag 2003 bei 17,1 Prozent. Eine danach rückläufige Entwicklung wurde durch die Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 wieder umgekehrt.
Im internationalen Vergleich mit 21 OECD-Staaten rangiert Deutschland insgesamt im Mittelfeld: Durchschnittlich liegt der Anteil der Schattenwirtschaft bei 14 Prozent des BIP. Europäische Spitzenreiter sind dabei Spanien (19,8), Italien (22,2) und Griechenland (25,2). Am wenigsten haben Österreich (8,7), die Schweiz (8,3) und die USA (7,8) mit der Schwarzarbeit zu kämpfen.
Quellen: IAW, Markt und Mittelstand