Donnerstag, 17.05.2012
14.02.12 11:53

Wer mit 25 noch keine Kinder hat zahlt

Fachkräfte finden schwer gemacht

Von Stefanie Gerdsmeier

Eine Gruppe rund um CDU-Parlamentarier Marco Wanderwitz möchte eine Sonderabgabe für Kinderlose einführen. Ein blödsinniger Einfall, findet Markt und Mittelstand-Redakteurin Stefanie Gerdsmeier.

Kommentare

Wie ein schlechter Witz kommt der Vorschlag der Abgeordneten daher. Mit der Sonderabgabe versuchen sie ein Problem, nämlich den demographische Wandel, zu lösen, indem sie ein anderes, den Fachkräftemangel, verschärfen. Na Glückwunsch.


Dass die Sonderabgabe wenig durchdacht ist, wird schnell klar: Schließlich gibt der Staat bereits finanzielle Anreize, um Kinder zu haben – oder wozu war das Kindergeld gleich gedacht? Und das Prinzip der positiven Verstärkung, also der Belohnung, klappt erwiesenermaßen besser als das der Bestrafung. Insofern ist es gar nicht verkehrt, wenn Familienministerin Kristina Schröder die bornierten Parteikameraden darauf hinweist, dass es vernünftiger sei, Kinderwünsche zu fördern, statt Kinderlosigkeit zu bestrafen. Wie unsäglich ist der Vorschlag auch denjenigen gegenüber, die gerne Kinder hätten und nun auch noch dafür zahlen sollen, dass ihnen dieses Glück nicht beschieden ist.


Noch absurder als die Idee an sich ist aber die angegebene Altersgrenze von 25 Jahren. Wer mit 25 noch nicht zwei Kinder hat soll zahlen. Wie viele 25-jährige Fachkräfte haben aber zwei oder mehr Kinder? Die 25-jährigen kommen grade erst von der Uni. Nicht einmal 20 Prozent aller Deutschen haben in dem Alter schon ein Kind. Die Anzahl der Personen, die mit 25 schon zwei Kinder haben liegt im unteren einstelligen Bereich und den Zusammenhang, dass der Anteil der Frauen ohne Kind mit höherer beruflicher Qualifikation zunimmt, stellte das Statistische Bundesamt unlängst ausführlich dar. Die Chance, dass eine 25-jährige Reinigungskraft zwei Kinder hat ist danach deutlich höher, als dass dieses einer Fachkraft gelingt.


Ist ja auch ganz logisch. Kinder während des Studiums zu bekommen verzögert die Studienzeit. Und, Hand aufs Herz, wer sucht Mitarbeiter, die die Regelstudienzeit deutlich überschritten haben? Berufseinsteiger, deren Gelerntes nicht mehr dem aktuellen Stand der Forschung entspricht? Unerfahrene Mitarbeiter, die sich zum Berufseinstieg hauptsächlich darum kümmern, wie sie ihr Leben mit Kleinkindern organisiert kriegen und deswegen hier und da weniger flexibel sein dürften?


Jeder Abiturient kann sich ausrechnen, dass ihm die von der CDU gewollten Strafzahlungen blühen, wenn er ein Studium aufnimmt. Da machen die Abgeordneten sich im Kreis der Unternehmer, die Händeringend nach Fachkräften suchen, ja sicherlich viele Freunde, indem sie die Menschen bestrafen, die sich zur Fachkraft ausbilden lassen würden. Grober politischer Unfug, der grade Mittelständlern das Leben schwer macht.


Rohstoffland Deutschland

Alle Welt spricht über die Verknappung der Rohstoffvorkommen. Die Industrie stöhnt unter stetig steigenden Preisen. Und doch: Selbst in Deutschland schlummern Rohstoffvorkommen, die auf Ihre Förderung warten. Mehr »

Kann die deutsche Solarbranche überleben?
Der Subventionsbrunnen versiegt, die chinesische Konkurrenz treibt die Preise brutal nach unten. Kann die deutsche Solarbranche da noch überleben?

Veranstaltung: Die Kraft der Marke

Die Marke ist ein wichtiges Werkzeug für den Geschäftserfolg. Darüber, wie erfolgreiche Markenarbeit funktioniert, herrscht jedoch gerade im Mittelstand große Unsicherheit. Wie Mittelständler Marke erfolgreich einsetzen, erfahren sie am 24. Mai in Berlin beim Forum  "B2B-Marke als Führungsinstrument" des Instituts für Markenkommunikation (IMK). Weitere Infos >>

Studie zu ESUG

Studie zu ESUG

Das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) ist da. Doch was heißt das für die Beteiligten? Die bb [sozietät] Buchalik Brömmekamp und Markt und Mittelstand-Research haben die Betroffenen im Rahmen einer Studie befragt: Während Gerichte steigende Anforderungen befürchten, erwarten die Gläubiger eine deutliche Veränderung der Sanierungskultur. Mehr »

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe


Titel: Frontbericht aus der Solarbranche
weitere Themen u.a.

  • Wie Sie im Notfall die Kontrolle behalten
  • Erfolge und Misserfolge bei Mittelstandsanleihen
  • Trends in der Verpackungstechnik
  • Retourenmanagement verbessern
  • Neue Produkte launchen - So begeistern Sie den Markt
  • Drei Firmen zeigen, wie sie E-Procurement einsetzen
  • Mehr »