Donnerstag, 17.05.2012
04.01.12 14:46

Silberquote

Quotenwahnsinn

Von Axel Rose

Nach der Frauenquote ertönt nun der Ruf nach einer 60+Quote. Unsinnig und unnötig findet Markt und Mittelstand-Redakteur Axel Rose. Die Unternehmen sind den Politikern sowieso längst einen Schritt voraus.

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Quotenwahnsinn

In der Diskussion um die Rentenreform fordern Stimmen aus CDU, SPD und Gewerkschaften jetzt eine Quote für ältere Arbeitnehmer. „Die Wirtschaft muss verpflichtet werden, eine bestimmte Zahl von geeigneten Arbeitsplätzen für über 60jährige vorzuhalten“, sagte Otto Wulff, CDU-Bundesvorstandsmitglied und Chef der Senioren-Union, heute stellvertretend gegenüber dem Handelsblatt. Nur mit einer Quote könne sichergestellt werden, dass die Rente mit 67 keine Kürzungen der Alterseinkommen zur Folge hätte.

Nach den Diskussionen um Frauenquote und Mindestlohn geht der Wahnsinn der staatlichen Einmischung in betriebswirtschaftliche Belange damit im neuen Jahr munter weiter. Mit der Finanz- und Wirtschaftskrise einhergegangen ist eine ungesunde Wiederbelebung und gesellschaftliche Unterstützung staatswirtschaftlicher Bestrebungen. Dabei unterstreicht die Staatsschuldenkrise weltweit geradezu beispielhaft die Qualität des Staates als Wirtschafter. Waren schon die Konjunkturprogramme als Krisenhelfer ökonomisch nicht unumstritten, sind die jüngsten Forderungen nicht nur unsinnig, sondern auch unnötig.

Nicht Arbeitslosigkeit ist in Deutschland aktuell das Problem, sondern branchenübergreifender Fachkräftemangel. Und ältere Arbeitnehmer sind Teil der Lösung und nicht des Problems. „Unternehmen erkennen zunehmend das Potenzial der Arbeitnehmer 50-Plus“, erkennt das Karriereportal Monster gar einen Trend für 2012. Das neue Jahr biete älteren Arbeitssuchenden wieder mehr Chancen, in den Beruf zurückzukehren –und das ganz ohne Quote. Viele Unternehmen sind staatlichen Forderungen bereits einen Schritt voraus und investieren in die Einbindung und Weiterbildung älterer Mitarbeiter. Die Parteien sollten sich daran ein Beispiel nehmen und sich darauf konzentrieren Strukturen zu schaffen, statt aktiv in betriebliche Prozesse einzugreifen.

Und noch etwas stößt bei dieser Debatte bitter auf: Wieder einmal wird ein Konflikt auf den Schultern der Jüngeren ausgetragen. Kürzungen der Alterseinkommen wie Wulff sie abwenden möchte, sind für kommende Generationen schon jetzt Tatsache. Doch das anzusprechen ist natürlich nicht Aufgabe der Senioren-CDU.

  

axel.rose@marktundmittelstand.de

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