Zahl der Börsengänge rückläufig
Börsenklima: Unternehmen zurückhaltend
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Aufgrund des starken ersten Halbjahres fällt die Jahresbilanz dennoch relativ gut aus: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der weltweit durchgeführten Börsengänge nur um acht Prozent von 1.215 auf 1.117 zurück. Das Emissionsvolumen sank hingegen deutlich stärker – um 39 Prozent von 258 auf 156 Milliarden US-Dollar. Das sind Ergebnisse des neuesten IPO-Barometers Beratungsgesellschaft Ernst & Young.
Polnische Mittelständler zieht es an die Börse
Weltweit wachsende Konjunktursorgen sowie die eskalierende Schuldenkrise in der Eurozone verunsichern potentielle Börsenkandidaten: „ Viele Unternehmen verschieben ihre IPO-Pläne, weil sie befürchten, nicht die gewünschten Summen erlösen zu können“, sagt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei Ernst & Young. Die aktuelle Volatilität an den Weltbörsen mache die Unternehmensbewertung und die Umsetzungsprozesse des Börsengangs zu einem „Moving Target“. In Deutschland wagten im Jahr 2011 nur 15 Unternehmen den Schritt an die Börse. Zehn deutsche, vier chinesische und ein britisches Unternehmen lösten insgesamt 2,3 Milliarden US-Dollar ein. Mit 129 Transaktionen – darunter viele Mittelständler – fanden europaweit die meisten Börsengänge in Polen statt. Weltweit ist China nach wie vor der aktivste IPO-Markt. – allerdings waren in diesem Jahr mit 352 Börsengängen exakt 150 IPOs weniger zu verzeichnen als im Jahr 2010.
Unternehmen in der Wartschleife
Angesichts der Unwägbarkeiten, die derzeit mit einem Börsengang verbunden sind, fällt auch Steinbachs Prognose für die kommenden Monate zurückhaltend aus: „Grundsätzlich verträgt die deutsche Volkswirtschaft etwa 40 Börsengänge im Jahr. Dass es im Jahr 2012 so viele werden, ist aber angesichts des derzeit schwachen Umfelds unwahrscheinlich.“ Grundsätzlich dürfte die tendenziell selektivere Kreditvergabe der Banken allerdings dazu beitragen, dass Unternehmen ihren Kapitalbedarf verstärkt am Kapitalmarkt zu decken versuchen. „Insbesondere viele erfolgreiche private mittelständische Unternehmen bedienen sich immer häufiger alternativer Finanzierungsquellen“, sagt Steinbach.
Quelle: Ernst & Young, Markt und Mittelstand