Textilindustrie
Bangladesch gewinnt an Bedeutung
Bangladesch wird in Zukunft in der Textilindustrie immer wichtiger. Quelle: Wikimedia Commons
In den vergangenen Jahren spielte China für Europa die wichtigste Rolle als Herstellerland in der Textilindustrie. Dieser Trend wird zunehmend durchbrochen. Kamen noch vor 15 Jahren nur etwa 3 Prozent aller Textilimporte aus Bangladesch, sind es mittlerweile über neun Prozent. Damit hat Bangladesch sich zur drittgrößten Exportnation von Kleidung nach Europa gemausert, jedes zehnte Kleidungsstück kommt von dort.
Über 75 Prozent der Einkaufschefs in Europa und den USA halten Bangladesch für das Textileinkaufsland der Zukunft. Damit verweist der Staat Vietnam (52 Prozent) und Indonesien (41Prozent) deutlich auf die Plätze zwei und drei.
Achim Berg, Partner der Unternehmensberatung McKinsey & Company, erklärt: "Bangladesch bietet viele Vorteile, die ein guter Beschaffungsort benötigt: zufriedenstellende Qualitätslevel sowie Geschwindigkeit und Risiko auf akzeptablem Niveau.“ Gleichzeitig müsse die aufstrebende Nation noch einige Herausforderungen bewältigen: Probleme liegen vor allem in der Infrastruktur, in den sozialen Bedingungen und teilweise immer noch unzureichenden Arbeitsstandards sowie beim Fachkräftemangel und der Leistungsfähigkeit der Lieferanten.
China dürfte dagegen deutliche Verluste im Textilbereich spüren. 86 Prozent der Einkaufschefs aus Europa und den USA wollen einen Teil ihres Bekleidungseinkaufs aus China in den nächsten fünf Jahren in andere asiatische Länder verlagern. 54 Prozent planen, ihren Einkauf in China um bis zu 10 Prozent zu senken. 32 Prozent möchten diesen um mehr als 10 Prozent reduzieren oder sich sogar vollständig aus China zurückziehen.
Quellen: McKinseq & Company, Markt und Mittelstand