Kosten pro Arbeitsstunde
Arbeitskosten: Stabil im vorderen Mittelfeld
EU-weit bleibt Deutschland bei den Arbeitskosten damit an siebter Stelle. Allerdings hat sich der Abstand zu Ländern mit höheren Arbeitskosten, darunter Belgien, Schweden, Dänemark, Frankreich und die Niederlande, vergrößert. Während die Arbeitskosten im Durchschnitt der EU-Länder im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent zunahmen, betrug der Anstieg in Deutschland nur 0,6 Prozent. Lediglich die Krisenstaaten Irland und Griechenland weisen eine geringere Steigerungsrate auf. Auch die Lohnstückkosten, welche die Arbeitskosten in Relation zur Produktivitätsentwicklung setzen, sind laut IMK-Berechnungen in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich langsamer angestiegen als bei fast allen europäischen Handelspartnern: Zwischen Anfang 2000 und Mitte 2011 hätten sich die Lohnstückkosten in der deutschen Gesamtwirtschaft um lediglich 6,8 Prozent erhöht, im Durchschnitt des Euroraums hingegen um 21,3 Prozent.
Industrielle Arbeit teurer als Dienstleistungen
Im Branchenvergleich zwischen Industrie und Dienstleistungen beträgt der Unterschied in der Höhe der Arbeitskosten knapp 19 Prozent. 32,90 Euro pro geleisteter Arbeitsstunde im verarbeitenden Gewerbe stehen 26,70 Euro im privaten Dienstleistungssektor gegenüber. Vom vergleichsweise niedrigen Arbeitskostenniveau in den deutschen Dienstleistungsbranchen profitiert auch die Industrie, die dort Vorleistungen nachfragt. Das IMK hält einen Vorleistungseffekt für realistisch, der zu einer Kosteneinsparung von 8 bis 10 Prozent führt.
Quelle: IMK, Markt und Mittelstand
Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de