Krise in Europa
Entscheidungsjahr für die Weltwirtschaft
Deutschland könne dank robusten Exports und stabilen Privatkonsums immerhin mit einem Wachstum von bis zu einem Prozent rechnen. Staatsverschuldung, Demografie, Vertrauenskrise im Finanzsektor, Unsicherheiten im Mittleren Osten – und nicht zuletzt Naturkatastrophen wie in Japan und Thailand, sind für Deloitte, die wichtigsten Risikofaktoren für die ohnehin fragile globale Konjunktur. „Ein wesentlicher Faktor für die Weltwirtschaft bleiben die volatilen Rohstoffpreise“, ergänzt Dr. Alexander Börsch, Leiter Research Deutschland bei Deloitte. Für die produzierende Industrie bedeutet das Unsicherheit. Unternehmen müssten verstärkt nach alternativen Produktionsstrategien suchen oder selbst in das Commodity-Future-Geschäft einsteigen.
Europa
Für die EU werde 2012 zum Entscheidungsjahr. Wohin das Pendel letztendlich ausschlage, hänge unter anderem vom Gelingen einer angestrebten Fiskalunion, von der Durchsetzungskraft vertraglich verbindlicher Budgetregeln und Schuldenbremsen, aber auch von der geeigneten Mischung aus Spar- und Stimulationsmaßnahmen für die besonders rezessionsgefährdeten Volkwirtschaften ab. Inflation scheine in der Euro-Zone hingegen kein Problem zu sein. Besonders trübe sind die Aussichten für Großbritannien: Dort droht nach Meinung von Deloitte sogar der Rückfall in die Rezession.
USA und Japan
Auch die US-Wirtschaft befindet sich zu Jahresbeginn auf Messers Schneide – einer Erholung stehen zahlreiche Risiken gegenüber. Die durchschnittlichen Einkommen sinken unverändert, die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Industrie hat große Lagerbestände aufgebaut und die Profite wachsen langsamer. Das größte Risiko liegt in der Entwicklung der globalen Konjunktur sowie der chinesischen Wirtschaftskraft und im möglichen politischen Machtwechsel im Weißen Haus.
Entgegen dem allgemeinen Trend könne das Wachstum der japanischen Wirtschaft 2012 stärker ausfallen als in den vergangenen Jahren. Schon im dritten Quartal 2011 konnte Japan erstmals wieder ein Positivwachstum verzeichnen. Dies soll in 2012 fortgeführt werden. Der Export fällt aufgrund des starken Yen jedoch weitgehend aus und die Mittel für den konjunkturbelebenden Wiederaufbau nach der Naturkatastrophe sind aufgrund der hohen Staatsverschulung beschränkt.
BRIC
Anders als im früheren Jahren drohen dieses Mal auch die BRIC-Staaten als Motor zumindest zu schwächeln. Sowohl in China als auch in Indien bremst das bis dato kräftige Wachstum deutlich. Beide Länder kämpfen mit der Inflation. Brasilien steht zum Jahresanfang vergleichsweise gut da – wächst aber ebenfalls langsamer als in den vergangenen Jahren. Das Finanzsystem könnte jedoch in naher Zukunft zudem durch massenhaft geplatzte Verbraucherkredite in Bedrängnis geraten. Russland braucht in erster Linie mehr Investitionen, auch und vor allem in den Energiesektor – und politische Stabilität.
Quelle: Deloitte, Markt und Mittelstand
Flexibilität durch Planung
Investitionswachstum nimmt ab
Investoren skeptisch
Skepsis überwiegt