Nachfolge im Mittelstand
Familie nur 2. Wahl
In der Nachfolge zeichnet sich ein Traditionsbruch ab. Eine Umfrage von TMS Emnid im Auftrag der Deutschen Unternehmerbörse ergab, dass bei 63 Prozent der befragten Unternehmer die Kinder andere berufliche Interessen verfolgen als die Übernahme des elterlichen Betriebes. Über die Hälfte der Unternehmen hat das Thema noch nicht oder nicht abschließend geregelt. Dies betrifft ältere wie auch jüngere Unternehmer.
„Wir registrieren, das Unternehmen im Mittelstand grob fahrlässig mit der Nachfolgefrage umgehen. Viele Unternehmer arbeiten, bis sie krankheitsbedingt aufgeben müssen, oder sogar bis zum Tod – ohne entsprechende Nachfolgeregelungen getroffen zu haben“, erklärt Michael Grote von der Deutschen Unternehmerbörse.
Senior zu präsent
Fast jeder zweite Unternehmer gab an, dass die Übergabe ohne eigene Überzeugung innerhalb der eigenen Familie stattfinden würde. Dies betrifft vor allem größere Unternehmen. Zwei von drei Unternehmern meinten, dass das Scheitern einer Übergabe drauf zurückzuführen sei, dass Sohn oder Tochter zur Übernahme gedrängt wurden. Kritisch wurde zudem die Rolle des Seniors beurteilt. Oftmals könne er nicht loslassen; 84 Prozent gaben dies als Hauptgrund für eine gescheiterte Übergabe an.
Quellen: Deutsche Unternehmerbörse, Markt und Mittelstand