Donnerstag, 31.05.2012
Personal
Gesundheitsmanagement

Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich nicht? Falsch gedacht. Der Return on Invest ist ein Vielfaches der Investitionen.

Aus der Praxis

„Unvorhersehbare Kurzausfälle sind Stress pur!“, weiß Armin Seitz, Geschäftsführer von Moll Marzipan nur allzu gut. Damals, das war 2007, handelte es sich vor allem um Kurzkrankheiten, die das Unternehmen belasteten. Für Moll-Chef Seitz stand schnell fest, dass es bei den Krankheitsfällen vor allem um psychologisch, aus mangelnder Motivation bedingte Fehltage handelte.

Und genau da setzte er an: „Denn es ist wissenschaftlich erwiesen, glückliche Menschen werden weniger krank und leisten mehr.“ Die Glücklich-Macher von Moll sind Erfolgserlebnisse, Zusammengehörigkeitsgefühl und Involvement. „Es sind kleine Mosaiksteinchen“, sagt Seitz. Moll Marzipan bietet daher vielfältige Kurse für seine Mitarbeiter an - etwa Stresstraining oder Rauchentwöhnungsprogramme. Mittlerweile haben 28 von den 30 Kursteilnehmern das Rauchen aufgegeben. Herzstück ist aber der Unternehmenssport. Die Firma Moll gleicht nun fast einem Sportverein. Fußballturniere,  Marathonläufe und Ruderwettbewerbe gehören zu den jährlichen Highlights. Den größten Erfolg feierte Moll 2012 beim "KKH Lauf" in Berlin: 83 der 87 Mitarbeiter bewältigten erfolgreich die 2,5 Kilometerstrecke. Seitz ist mächtig stolz auf seine Truppe. Seit den Gesundheitsmaßnahmen hat sich der Krankenstand von über 10 auf unter 3 Prozent deutlich verringert und die Produktivität legte ordentlich zu.

Die Betriebliche Gesundheitsförderung bei Moll Marzipan:

 

Weitere Praxisbeispiele finden sich auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Gesundheitsförderung lohnt sich

Für jeden investierten Euro in Gesundheitsmaßnahmen geht die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz 2,50 bis 4,80 Euro an Investitionsrendite abwirft. Durch die Maßnahmen verbessert sich zum einen die Gesundheit der Mitarbeiter. Diese sind folglich weniger krank, die Fehlzeiten verringern sich und die Produktivität steigt. Zum anderen tragen die Gesundheitsprogramme zur Motivation der Mitarbeiter bei. Betriebliche Gesundheitsförderung dient also auch der Personalbindung und verringert die Fluktuation. Das Unternehmen kann durch Gesundheitsförderung seine Arbeitgebermarke stärken. Denn auch im Personalrecruiting sind Fitnessprogramme und Gesundheitsförderung wichtige Argumente.

Monetäre Anreize

Sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer lohnt sich die betriebliche Gesundheitsförderung. Gesetzlich ist den Krankenkassen die Möglichkeit gegeben, Versicherten und Arbeitgeber einen Beitragsbonus zu gewähren. So wurde auch bei Fussboden Brandenburg den Mitarbeitern für die Teilnahme an der Rückenschule ein Freistellung von einem Monatssatz bei den Krankenkassen in Aussicht gestellt.

Auf den Unternehmer warten zudem steuerliche Begünstigungen. Dieser kann Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu einem Wert von 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter diesen steuerfrei zukommen lassen. Dazu zählen lauit §3 Nr. 34 des Einkommenssteuergesetzes Maßnahmen, die „hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch“ entsprechen. Beispiele sind Rückenschule, Kurse zum Thema gesunde Ernährung, Stressbewältigung oder Raucherentwöhnung.

Info

Weitere Informationen:
Wichtigster Ansprechpartner ist die gesetzliche Krankenkasse. Zudem hilft in Sachen Prävention auch die Unfallversicherung. Beide sind nach § 20 Sozialgesetzbuches (SGB) V  beziehungsweise § 1 SGB VII dazu verpflichtet, Maßnahmen zu Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren zu ergreifen.

Darüber hinaus können Sie vertiefende Informationen und Praxisbeispiele auf folgenden Internetseiten finden:

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Deutsches Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF)

Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Gesunde Arbeit (GA)

iga – Initiative Gesundheit und Arbeit

Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)

Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung

KMU-Kompetenznetzwerk

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