Donnerstag, 24.04.2014
Das Thema Fachkräftemangel gewinnt aus Sicht vieler Branchen in Zukunft noch mehr an Bedeutung.

Quelle: Thinkstock / Getty Images

Das Thema Fachkräftemangel gewinnt aus Sicht vieler Branchen in Zukunft noch mehr an Bedeutung.

Personal
Aktueller Arbeitsmarktreport

Fachkräftemangel: Keine Entwarnung für 2014

Jedes vierte Unternehmen kann offene Stellen zwei Monate oder länger mangels passender Arbeitskräfte nicht besetzen. Arbeitgeberattraktivität und Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnen mehr und mehr an Bedeutung.

Bei Mittelständlern steigt aktuell das Risiko des Fachkräftemangels: Jedes vierte Unternehmen in Deutschland kann offene Stellen länger als zwei Monate nicht besetzen, weil passende Arbeitskräfte fehlen.  Am meisten betroffen ist derzeit die Bauwirtschaft, wo 28 Prozent der offenen Stellen länger vakant bleiben, während der Handel mit 17 Prozent am wenigsten betroffen ist. Das sind die Ergebnisse des DIHK-Arbeitsmarktreports 2013/2014.
Demnach steigt das Risiko des Fachkräftemangels in der deutschen Wirtschaft weiter und mit 37 Prozent haben so viele Unternehmen wie noch nie, seit Beginn der DIHK-Umfrage, die eigene wirtschaftliche Entwicklung infolge fehlender  Fachkräfte so gefährdet gesehen.

Fachkräftemangel in Zeitarbeitsfirmen

Zunächst hatte die langsamere konjunkturelle Gangart im Jahr 2013 zumindest für eine leichte Entspannung bei der Fachkräftesuche gesorgt, doch nun sind die Auftragsbücher wieder voll und erneut beginnt die Suche der Unternehmen nach qualifiziertem Fachpersonal. Das Thema Fachkräftemangel gewinnt aus Sicht vieler Branchen in Zukunft noch an Bedeutung. Besonders Zeitarbeitsbetriebe haben häufig Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Nur 10 Prozent berichten nicht von Personalbedarf.

Insgesamt kann rund jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) offene Stellen zwei Monate oder länger mangels passender Arbeitskräfte nicht besetzen.

Insgesamt kann rund jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) offene Stellen zwei Monate oder länger mangels passender Arbeitskräfte nicht besetzen.

Fachkräfte akquirieren und halten

„Fachkräftesicherung ist in erster Linie Aufgabe der Unternehmen“, sagt Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Die Intensivierung der Aus- und Weiterbildung stehe aus Sicht der Betriebe an der Spitze bei den Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. An zweiter Stelle folgt die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, mit der Unternehmen Fachkräfte gewinnen und halten wollen. Hierdurch wird deutlich, dass Unternehmen zunehmend im Wettbewerb um qualifiziertes Personal stehen und beispielweise mit Bezahlung, Arbeitsplatzqualität und flexibler Arbeitszeitgestaltung punkten wollen.
Aus diesem Grund steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Betrieben ganz oben auf der Agenda: 2007 waren es noch 15 Prozent, die als Reaktion auf Fachkräfteengpässe die Vereinbarkeit erleichtern wollten. Mittlerweile hat sich dieser Anteil mit 33 Prozent mehr als verdoppelt.

Ältere Arbeitnehmer: Maßnahmen zur Fachkräftesicherung

Von den Kenntnissen und Erfahrungen der älteren Arbeitnehmer können die Unternehmen enorm profitieren. Sieben von zehn Unternehmen reagierten bereits mit personalpolitischen Maßnahmen auf die Alterung der Belegschaften. „Zur Wahrheit gehört, dass eine längere Lebenserwartung mit einer längeren Lebensarbeitszeit einhergehen muss“, erläutert Schweitzer, „ansonsten ist unser Rentensystem einfach nicht finanzierbar“.  
Durch den technischen Fortschritt und kürzeren Innovationszyklen entstehen gerade für ältere Arbeitnehmer hohe Herausforderungen, weshalb Fortbildungen für Ältere ebenfalls langfristig sinnvolle Investitionen sind.