Dienstag, 06.05.2014
Die Nachfrage nach Fachkräften befindet sich auf einem Zwei-Jahres-Hoch. Für Mittelständler bedeutet dass vor allem mehr Konkurrenz um hochqualifizierte Fachkräfte.

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Die Nachfrage nach Fachkräften befindet sich auf einem Zwei-Jahres-Hoch. Für Mittelständler bedeutet dass vor allem mehr Konkurrenz um hochqualifizierte Fachkräfte.

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Fachkräftemangel: Erhöhte Nachfrage nach Fachkräften

Konkurrenz um Fachkräfte steigt

Zum ersten Mal seit zwei Jahren ist die Nachfrage nach Fachkräften gestiegen. Der Aufwärtstrend bedeutet aber auch, dass Mittelständler sich auf mehr Konkurrenz im Kampf um die Fachkräfte einstellen müssen. Ein Überblick über die Lage und wie Mittelständler darauf reagieren sollten.

Bereits im Februar berichtete Markt und Mittelstand über die positiven Aussichten auf das Jahr 2014 und warnte auch vor einem damit verbundenen, verstärkten Konkurrenzkampf um hochqualifizierte Fachkräfte. Nun gibt es die ersten Zahlen für das Jahr 2014 die belegen, dass die Nachfrage nach Fachkräften zum ersten Mal seit über 12 Monaten wieder stark ansteigt. Die steigende Nachfrage ist dabei branchenübergreifend und betrifft sowohl kaufmännische als auch technisch-naturwissenschaftliche Fachkräfte, wie der Index von Hays aufzeigt, der am Montag erschienen ist. Zwar deutet eine steigende Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften auch auf eine gute wirtschaftliche Lage hin und ist damit ein positives Zeichen, für Mittelständler bedeutet ein Anstieg der Nachfrage aber vor allem einen verstärkten Konkurrenzkampf um ohnehin schon knappe Fachkräfte. Mit der richtigen Strategie können sich Mittelständler jedoch trotz steigender Konkurrenz Fachkräfte sichern.

Fachkräftemangel vor allem in der IT-Branche

Der Anstieg der Nachfrage an Fachkräften ist laut Fachkräfte-Index in allen Branchen zu beobachten, in einigen jedoch stärker als in anderen. So befindet sich vor allem die IT-Branche in einem merklichen Aufwärtstrend. Doch auch im Marketing, sowie in der Finanzbranche werden mehr und mehr Fachkräfte gesucht. Zwar werden nicht Spitzenwerte wie zu Beginn des Jahres 2012 erreicht, dennoch befindet sich die Nachfrage auf einem Zwei-Jahres-Hoch. „Viele Unternehmen haben sich im vergangenen Jahr mit Neueinstellungen zurückgehalten, weil die Märkte nicht stabil waren“, erklärt Dirk Hahn, Hays-Vorstandsmitglied und fügt hinzu: „Durch die aktuell positiven Konjunkturindikatoren lösen viele Unternehmen derzeit ihre Bremse bei der Stellenbesetzung, um von der anziehenden Wirtschaft zu profitieren.“

Während alle Branchen von der steigenden Nachfrage nach Fachkräften betroffen sind, ist der Aufwärtstrend besonders in der IT-Branche auffällig. Der Fachkräftemangel wird sich damit in dieser Branche zukünftig noch verstärken.

Während alle Branchen von der steigenden Nachfrage nach Fachkräften betroffen sind, ist der Aufwärtstrend besonders in der IT-Branche auffällig. Der Fachkräftemangel wird sich damit in dieser Branche zukünftig noch verstärken.

So punkten Mittelständler im Kampf um Fachkräfte

Für Mittelständler bedeutet dies auch stärkere Konkurrenz um hochqualifizierte Fachkräfte, die so genannten High Potentials. Laut Anfang 2014 erschienenem Mittelstandbarometer bezeichnen es über sieben von zehn Mittelständler als schwierig, geeignete neue Mitarbeiter zu finden.

Um trotz weiter steigender Konkurrenz erfolgreich zu sein, sollten Mittelständler einige wichtige Grundsätze beachten. So können Unternehmen an Bezahlung, Arbeitsplatzqualität und Vereinbarkeit von Beruf und Familie arbeiten und damit bei Fachkräften punkten. Vor allem im Vergleich zu Großkonzernen müssen Mittelständler aber nicht grundsätzlich schlechter abschneiden, sollten jedoch klar die Gegebenheiten artikulieren. „Mittelständler bieten eine konkrete, verlässliche Perspektive und arbeiten oft in langer Tradition“, sagt Peer Bieber von headhunter-light.de.

Des Weiteren können sie mit regionalen Vorzügen punkten. Unternehmen, die sich frühzeitig Fachkräfte sichern möchten, können außerdem ein duales Studium anbieten. Dieses bindet junge Fachkräfte an das Unternehmen und bietet Mittelständlern die Möglichkeit, Fachkräfte nach eigenen Vorstellungen auszubilden.

Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarktes kann es sogar sinnvoll sein auf langfristig wirkende Maßnahmen wie das duale Studium zu setzen. Denn laut Hahn ist der zukünftige Trend schwierig zu beurteilen: „Ob und wie lange dieser Trend stabil bleibt, ist schwer einzuschätzen. Neben den positiven Kennzahlen gibt es Unwägbarkeiten auf wichtigen Märkten, wie zum Beispiel den BRIC-Ländern.