Montag, 21.01.2013
Personal
Mitarbeitermotivation

Mitarbeitermotivation am Finanzamt vorbei

Der Staat verdient bei Boni- und Sonderzahlungen an Mitarbeiter kräftig mit. Mit ein paar einfachen Tricks erhält der Mitarbeiter mehr und das Finanzamt weniger. Und das ganz legal.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Sonderzahlungen sind typische Mittel zur Mitarbeitermotivation . Die Freude über das zusätzliche Plus im Geldbeutel, hält meist nur kurz an. Von dem 13. oder 14. Monatsgehalt bleibt meist weniger als 50 Prozent des Bruttolohns für den Mitarbeiter übrig. Ein Ärgernis für Mittelständler und Mitarbeiter. Die teuer bezahlte Mitarbeitermotivation verpufft. Mit ein paar einfachen Tricks, erhalten Mitarbeiter zusätzliche Leistungen zu ihrem Lohn ohne, dass das Finanzamt mitverdient. 7 Tricks zur Motivation der Mitarbeiter und nicht des Finanzamts.

Trick 1: Urlaubsgeld ohne das Finanzamt

Mitarbeitern kann eine Art zusätzliches Urlaubsgeld ausbezahlt werden, ohne dass Lohnnebenkosten anfallen. Das sogenannte Erholungsgeld wird pauschal mit 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag versteuert. Sozialversicherungsbeiträge werden nicht fällig. Allerdings gelten hierfür einige Regeln. Die Beihilfe darf das Urlaubsgeld nicht ersetzen, sondern kann dieses nur ergänzen. Es muss im Zusammenhang mit einem Urlaub stehen. Der Mitarbeiter muss bei einer Prüfung nachweisen können, dass er den Betrag zu Erholungszwecken genutzt hat. Und es gibt Höchstgrenzen. Pro Arbeitgeber kann ein Erholungsgeld jährlich in Höhe von 156 Euro ausbezahlt werden, der Ehegatte erhält zusätzlich 104 Euro und je Kind 52 Euro erlaubt. Eine verheiratete Arbeitnehmerin mit Kind könnte so der Betrag von 312 Euro ausgezahlt werden. Zu dem pauschalen Steuerbetrag von 25 Prozent kommen eventuell Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag, insgesamt also rund 30 Prozent.

Trick 2: Sparen ohne das Finanzamt

Statt jährliche Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Boni als Mitarbeitermotivation auszuzahlen, kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern anbieten, diesen Betrag zu sparen. Gerade bei diesen Sonderzahlungen sind die Abzüge besonders hoch. Bezahlt das Unternehmen den Betrag in die betriebliche Altersvorsorge ein, ist dieser komplett steuerfrei. Es gilt Brutto für Netto, das heißt der Mitarbeiter spart den gesamten Betrag ohne Abzüge von Sozialversicherungsbeiträgen und Lohn- und Kirchensteuer.

Trick 3: Steuerfrei Wellness und Gesundheit

Unternehmen können Massagen und Wellnessanwendungen zur Mitarbeitermotivation bezahlen, ohne dafür Steuern an das Finanzamt zu überweisen. Voraussetzung ist allerdings, dass durch die Maßnahmen gesundheitliche Beeinträchtigungen wieder kuriert werden oder gegen diese Vorbeugen. Im Vordergrund darf nicht das Wohlbefinden des Mitarbeiters stehen, sondern betriebliche Ziele, etwa die Senkung des Krankenstandes. Um die Anwendung steuerfrei den Mitarbeitern zukommen zu lassen, müssen diese im Unternehmen stattfinden. Steuerfrei sind außerdem Vorsorgeuntersuchungen. Diese müssen aber ebenso wie die Massagen in erster Linie eigenbetrieblichen Interessen zu Grunde liegen.

Trick 4: Kinderbetreuung

Vollkommen steuerfrei und ohne Bedingung können Arbeitgeber die Kinderbetreuung der Mitarbeiter bezuschussen. Voraussetzung ist nur, die Kinder dürfen noch nicht zur Schule gehen. Ob es sich bei der Betreuung um eine betriebliche oder außerbetriebliche Einrichtung handelt, spielt dabei keine Rolle.

Trick 5: Kleine Aufmerksamkeiten ohne Steuer-Nachteil

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft und die Mitarbeitermotivation. Das gilt auch für das Verhältnis zwischen Unternehmen und Mitarbeitern. Blumen, Bücher, Weine, Lebensmittel dürfen an Mitarbeiter als kleine Aufmerksamkeit für eine besondere Arbeitsleistung verschenkt werden. Steuerfrei ist dies, wenn das Geschenk einen Wert von 80 Euro nicht übersteigt.

Trick 6: Mitfahrgelegenheit ohne Steuerfahrschein

Organisierte Fahrgelegenheiten zum Arbeitsplatz müssen nicht versteuert werden. Stellt beispielsweise der Arbeitgeber ein Fahrzeug zur Verfügung, mit dem mindestens zwei Arbeitnehmer vom Wohnort zur Arbeitsstätte gelangen, dann ist dies steuerfrei. Die Mitarbeiter müssen sich nicht an den Kosten für die Fahrt beteiligen.

Trick 7 Steuerfreie Hilfe im Notfall

Bei privaten Notfallsituationen eines Mitarbeiters können Unternehmer ihren Mitarbeitern 600 Euro steuerfrei zur Verfügung stellen. Als Notfälle gelten Krankheit, Unfälle und Kuren.

Info

Mitarbeitermotivation in der Unternehmerpraxis

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