Dienstag, 17.02.2015
International rekrutieren Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten ihre Mitarbeiter nun primär aus dem deutschsprachigen Ausland sowie aus West- und Osteuropa.

fuse/Thinkstock

International rekrutieren Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten ihre Mitarbeiter nun primär aus dem deutschsprachigen Ausland sowie aus West- und Osteuropa.

Personal
Mitarbeitersuche überwiegend innerhalb Deutschlands

Unternehmen stellen weniger internationale Mitarbeiter ein

Obwohl sich die Wirtschaft immer weiter globalisiert hat, rekrutiert nur jedes vierte Unternehmen international, wovon der Großteil auch überwiegend aus dem deutschsprachigen Ausland kommt. Ein Hindernis ist unter anderem die Angst vor zu hohem Aufwand.

Etwa 65 Prozent der befragten Unternehmen plant in der nächsten Zeit wieder neue Mitarbeiter einzustellen. Während sich die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin globalisiert und weltweit vernetzt, gibt es jedoch seitens der Mitarbeitergewinnung eher einen Rückwärtstrend.  Nur jedes vierte Unternehmen rekrutiert international und hiervon der Großteil hauptsächlich im deutschsprachigen Ausland. Diese Tendenz steigt seit 2008 an. Das ergab der HR-Report 2014/2015 des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) und des Personaldienstleisters Hays.  Dazu wurden 665 Entscheider aus Unternehmen befragt.

Mitarbeiter kommen fast nie aus Nordamerika

Außerhalb des deutschsprachigen Auslands sind vor allem der westeuropäische Raum mit 23 Prozent und der osteuropäische Raum mit 11 Prozent die bedeutungsvollsten Bewerbermärkte für deutsche Unternehmen. Nord- und Südeuropa sowie Nordamerika hingegen spielen in der internationalen Rekrutierung kaum eine Rolle. Und entgegen des wachsenden wirtschaftlichen Interesses an den asiatischen Märkten, suchen hier lediglich jeweils 6 Prozent nach Kandidaten. Dieser Anteil war 2008 ebenfalls noch größer. „Trotz des Fachkräftemangels und der zunehmenden Globalisierung rekrutieren Unternehmen zu wenig international. Die hohen Aufwände an Zeit und Kosten, lange Einarbeitungszeiten und bürokratische Hindernisse schrecken viele Unternehmen noch davon ab“, bewertet Klaus Breitschopf, CEO der Hays AG, die empirischen Ergebnisse des HR-Reports.

Je größer ein Unternehmen, umso aktiver im Ausland

Auch die Unternehmensgröße spielt bei der Suche nach Mitarbeitern eine große Rolle. Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten suchen überwiegend regional. Unternehmen mit 1.000 bis 5.000 Mitarbeitern rekrutieren vor allem landesweit. Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt der Anteil derjenigen, die EU-weit oder weltweit rekrutieren.  Bei den Unternehmen ab 5.000 Beschäftigten ist die internationale Mitarbeitergewinnung fast bei der Hälfte mit 47 Prozent der Fall. Im Vergleich der Sektoren sucht beispielweise die Industrie neue Mitarbeiter viel häufiger im EU-Ausland beziehungsweise weltweit, als dies Dienstleister tun.
Für 64 Prozent der Unternehmen aus der Schweiz ist ebenfalls vor allem das deutschsprachige Ausland ein attraktiver Rekrutierungsmarkt. Die österreichischen Unternehmen suchen mit etwa 46 Prozent zwar weniger im deutschsprachigen Raum, sind jedoch aufgrund der räumlichen Nähe verstärkt in Osteuropa aktiv.