Mittwoch, 10.08.2016
Die Deutschen wechseln sehr gern ihren Arbeitsplatz, wie eine neue Studie zeigt. Doch im internationalen Vergleich liegen sie weit unter dem Durchschnitt. Das haben sie vor allem den älteren Angestellten zu verdanken, die sind ihrem Arbeitgeber trotz Veränderungsdruck treu.

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Die Anzahl der Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz wechseln wollen, ist gestiegen. Allerdings will der Großteil der deutschen Arbeitnehmer auch künftig seinem aktuellen Arbeitgeber treu bleiben.

Personal
Neue Studie

Wechselmotivation am Arbeitsplatz gestiegen

Immer mehr Deutsche können sich vorstellen, ihren Arbeitgeber zu wechseln. Das zeigt eine Studie. Doch im internationalen Vergleich liegen sie weit unter dem Durchschnitt. Das haben sie vor allem den älteren Angestellten zu verdanken, die sind ihrem Arbeitgeber trotz Veränderungsdruck treu.

Fast jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland rechnet im nächsten halben Jahr mit größeren betrieblichen Umstrukturierungen. Das ist auch einer der Gründe für die steigende Bewegung am Arbeitsmarkt im Moment,  wie eine neue Studie des Best-Practices- und Technologieunternehmen CEB ergab. Denn viele Angestellte nehmen diese Veränderungen zum  Anlass, sich nach neuen Arbeitsplätzen umzusehen.
„Arbeitnehmer verwenden vermehrt Anstrengungen darauf, Arbeitsstellen zu finden, die ihnen bessere Karriereaussichten bieten“, so André Fortange, Managing Director für Deutschland, Schweiz und Österreich bei CEB. „Sie glauben, dass ihnen bei einem Arbeitsplatzwechsel bessere Chancen für persönliches und professionelles Wachstum geboten werden als bei ihrem aktuellen Arbeitgeber.“ Nach wie vor ist somit der Mangel an Karrierechancen der Hauptgrund für eine Kündigung. CEB rät Unternehmen dazu, rechtzeitig damit zu beginnen, ihren Mitarbeitern professionelle Entwicklungsmöglichkeiten anzubieten, die beiden Seiten nützen.

Wechselmotivation im Ausland noch höher

Obgleich die Anzahl der Arbeitssuchenden gegenüber dem letzten Quartal um drei Punkte gestiegen ist,  ist die Wechselwilligkeit der Deutschen im internationalen Vergleich jedoch nicht besonders hoch. Vor allem die älteren und erfahreneren Mitarbeiter haben wenig Interesse daran, auf bevorstehende Umstrukturierungen mit einem Arbeitsplatzwechsel zu reagieren. Zwischen einem Alter von 50 bis 70 Jahren geht die Wechselbereitschaft deutlich zurück, wie der Studie zu entnehmen ist.Derzeit hat mit 48,8 Prozent  knapp die Hälfte aller Mitarbeiter in Deutschland nicht die Absicht den Job zu wechseln. Wie man der Grafik entnehmen kann, sind 6,2  Prozent wechselwillig und 24,1 Prozent der Befragten gaben eine neutrale Antwort. Die Grafik schildert wie hoch die Absichten der Angestellten sind, ihren Arbeitsplatz zu wechseln beziehungsweise ihren Arbeitsplatz nicht zu wechseln.

Auf die Frage, ob sie auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz sind, antwortete die große Mehrheit, nämlich 48,8 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, dass sie die Absicht haben, bei ihrem jetzigen Arbeitgeber zu bleiben. Quelle: CEB

Deutschland liegt mit seinem Ergebnis mehr als 13 Prozentpunkte unter dem internationalen Durchschnitt und befindet sich damit nur noch hinter Belgien und der Niederlande, deren Mitarbeiter laut der Studie am wenigsten Wechselmotivation vorweisen. Weltweit sind es im Schnitt 35,4 Prozent der Angestellten, die sich derzeit nicht nach neuen Jobs umschauen und bei ihrem jetzigen Arbeitgeber bleiben wollen. Indien hat die größte Wechselwilligkeit der Angestellten, dort sind die meisten Arbeitnehmer auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber und nur etwa 13,4 Prozent der Mitarbeiter wollen bei ihrem jetzigen Arbeitgeber beschäftigt bleiben.