Donnerstag, 07.09.2017
Zusätzlich zur Arbeit auch noch die Schulbank drücken? Für den Großteil der Fach- und Führungskräfte sind private Weiterbildungen im Beruf selbstverständlich.

Foto: Comstock Images/Thinkstock/GettyImages

Zusätzlich zur Arbeit auch noch die Schulbank drücken? Für den Großteil der Fach- und Führungskräfte sind private Weiterbildungen im Beruf selbstverständlich.

Personal
Hays-Studie

Weiterbildung ist im Mittelstand oft Privatsache

Motivierte und qualifizierte Mitarbeiter sind auch im Mittelstand grundlegend für die Weiterentwicklung der Unternehmen. Um beim Fortschritt mitzuhalten, sind Weiterbildungen für die Fachkräfte essentiell. Aber wer kümmert sich eigentlich darum?

Wer sollte für die Weiterbildung im Beruf bezahlen – das Unternehmen oder doch die Mitarbeiter? Die Mehrheit der Fach- und Führungskräfte in mittelständischen Unternehmen ist der Meinung, dass es die persönliche Verantwortung der Arbeitnehmer ist, in berufliche Fortbildungen und somit in ihr fachliches Wissen zu investieren. Das ergab eine aktuelle Studie des Personaldienstleisters Hays, der insgesamt 1.215 Fach- und Führungskräfte zu ihrem Wissens- und Arbeitsverständnis befragte. „Markt und Mittelstand“ liegen die Ergebnisse aus dem Mittelstand vor – 424 Befragte arbeiten in Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern.

Demnach sehen sich jeweils etwa 60 Prozent der mittelständischen Fach- und Führungskräfte in der Pflicht, sich eigenständig und unabhängig vom Arbeitgeber über Weiterbildungsangebote zu informieren. Außerdem finden es 44 Prozent der befragten Führungskräfte in Ordnung, wenn die Weiterbildung in der Freizeit erfolgt – bei den Fachkräften sind es hingegen nur 29 Prozent.


„Es liegt in der Verantwortung der Mitarbeiter, fortlaufend in die Erweiterung ihrer Kompetenzen zu investieren“ (Zustimmung in %)

Quelle: Hays

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Wissen als Basis

Für einen Großteil der Befragten spielt ihr Wissen eine tragende Rolle für das Berufsbild: 71 Prozent der Bereichsleiter, 68 Prozent der Abteilungsleiter und 59 Prozent der Fachkräfte empfinden ihr Know-how als strategische Ressource im Beruf und wollen es auch dementsprechend nutzen. Zu den wichtigsten Kernkompetenzen zählen sie Selbstmanagement, Kundenverständnis, thematische Weiterbildung sowie das Vernetzen mit anderen Wissensträgern.

So weit zur Theorie. Aber wie funktioniert die Praxis? Laut Hays sind es vor allem zeitliche Probleme, die die Wissensarbeiter im Alltag von ihren Aufgaben abhalten: So geben 58 Prozent der Führungs- und 61 Prozent der Fachkräfte an, aufgrund von kleinen Zeitfenstern ihre Kompetenzen nicht ausbauen und Probleme bedenken zu können. Weitere Gründe seien strenge Arbeitszeit- und Arbeitsortregelungen, die fehlende Förderung der individuellen Mitarbeiter sowie eine mangelhafte Beachtung der verschiedenen Meinungen.

Daher wünschen sich auch einige Arbeitnehmer eine Veränderung in der Unternehmensphilosophie: 43 Prozent der Führungskräfte würden gern in Teams aus internen und externen Mitarbeitern arbeiten. Und jeweils über 50 Prozent der Führungs- und Fachkräfte möchten eine Zeitlang in anderen Abteilungen eingesetzt werden oder zumindest an abteilungsübergreifenden Projekten teilnehmen. 


„Wissen ist eine strategische Ressource.“ (Zustimmung in %)

Quelle: Hays