Freitag, 08.09.2017
Viele Arbeitnehmer arbeiten mit über 48 Stunden mehr, als die EU-Richtlinien vorgeben. Vor allem ältere Mitarbeiter sind betroffen.

Foto: IPGGutenbergUKLtd/Thinkstock/GettyImages

Viele Arbeitnehmer arbeiten mit über 48 Stunden mehr, als die EU-Richtlinien vorgeben. Vor allem ältere Mitarbeiter sind betroffen.

Personal
Zahlen der Woche

Wer Führungskraft ist, muss viele Überstunden machen

Jeder neunte Arbeitnehmer ist von überlangen Arbeitszeiten betroffen. Die Reallöhne in Deutschland sind um knapp 2 Prozent gestiegen. Außerdem in den „Zahlen der Woche“: Smartphones lenken viele Fach- und Führungskräfte von der eigentlichen Arbeit ab.

Anteil der Vollzeiterwerbstätigen, die 2016 mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiteten (in %)

Quelle: Destatis

11 Prozent ...

… der Vollzeiterwerbstätigen hatten im Jahr 2016 überlange Arbeitszeiten. Der Definition des Statistischen Bundesamtes zufolge gehören dazu alle Arbeitnehmer, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Am längsten arbeiten demnach Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 Jahren: Jeder Siebte ist täglich knapp zehn Stunden mit Arbeit beschäftigt. Nach Ansicht der Statistiker liegt das aber auch daran, dass in dieser Altersgruppe besonders viele Führungskräfte zu finden sind. Der durchschnittliche deutsche Vollzeiterwerbstätige hingegen verbringt 41 Stunden seiner Woche mit Arbeit. 

Das wichtigste Format für Innovationen? (in %)

Quelle: EY

40 Prozent ...

… der 800 für eine EY-Studie befragten Fach- und Führungskräfte in deutschen Unternehmen klagen über eine gestiegene Stressbelastung durch digitale Medien am Arbeitsplatz, wie E-Mails oder Chats. Mehr als ein Drittel von ihnen gibt in der Studie „Renaissance des Analogen“ an, stündlich mehrfach aufs Handy zu schauen. Mit den Kollegen tauschen sich die Befragten jedoch am liebsten nicht digital, sondern direkt aus: 32 Prozent halten „Live-Meetings“ für das beste Kommunikationsmodell in Sachen Innovation, auf dem zweiten Platz sehen sie mit 17 Prozent den spontanen Austausch auf dem Flur oder im Großraumbüro

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Reallohnentwicklung in der EU (Beispielhaftes Wachstum in %)

Quelle: WSI

Um 1,9 Prozent ...

… sind die Reallöhne in Deutschland im Jahr 2016 gestiegen. Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung liegt Deutschland zwar über dem europäischen Durchschnitt von 1,5 Prozent. Dennoch sind die Aussichten mäßig: Für 2017 wird nur noch ein Zuwachs von 0,8 Prozent prognostiziert. Die Forscher führen das mäßige Wachstum der Löhne auf die langfristigen Auswirkungen der Euro-Krise zurück. Einen hohen Reallohnzuwachs erzielten lediglich einige osteuropäische Länder, bei denen das Ausgangsniveau allerdings vergleichsweise niedrig war. 


„Es liegt in der Verantwortung der Mitarbeiter, fortlaufend in die Erweiterung ihrer Kompetenzen zu investieren“ (Zustimmung in %)

Quelle: Hays

54 Prozent ...

… der in einer Hays-Studie befragten Führungskräfte im Mittelstand schreiben den sogenannten Wissensarbeitern (das sind Mitarbeiter, die aktiv an der fortschreitenden Digitalisierung ihrer Unternehmen beteiligt sind) eine herausgehobene Bedeutung für das Unternehmen zu. Unter den Fachkräften ist nur jeder Dritte dieser Meinung. In der Wissensarbeiterstudie 2017 sind 63 Prozent der Führungs- und 59 Prozent der Fachkräfte der Meinung, dass es Aufgabe jedes Wissensarbeiters sei, sich um die eigene berufliche Fortbildung und Weiterqualifizierung zu kümmern. 

73 Prozent ...

... der deutschen Arbeitnehmer, die nicht alleine in einem Büro sitzen, hören regelmäßig bei der Arbeit Musik. Das schreiben zumindest der Musikstreamingdienst Spotify und das Karrierenetzwerk Linkedin in einer gemeinsamen Untersuchung. Als besonders geeignet für den gemeinsamen Musikgenuss im Büro sahen die Befragten Popmusiker wie Ed Sheeran, Adele, Mark Forster und Rihanna an, während Fans der Rapper Bushido, Eminem, KC Rebell und Kollegah zumindest auf das Beschallen der gesamten Kollegenschaft verzichten sollten. Ein Sonderfall ist Schlagersängerin Helene Fischer: Sie taucht sowohl in der Liste der am besten (Platz 6) als auch in der Liste der am schlechtesten für die Bürobeschallung (Platz 2) geeigneten Musiker auf.

Auf der eigenen Webseite hat Spotify auch eine Playliste für's Büro erstellt. Wir übernehmen allerdings keine Haftung für etwaige Ohrenschmerzen.

Info

Täglich erreichen uns Studien, Statistiken und Auswertungen. Wir sammeln diese und stellen im Wochentakt die wichtigsten, interessantesten und skurrilsten vor. Hier finden Sie einen Überblick über die bisherigen Teile der Serie.