Montag, 04.09.2017
Personal
Wir sind Mittelstand

Wie gut sind Ihre Auszubildenden?

Fachkräftemangel, offene Ausbildungsplätze, zehntausende Jugendliche ohne Lehrstelle: Wir haben Mittelständler gefragt, wie gut sie in den verschiedenen Phasen mit ihren Azubis zurechtkommen und wo Hindernisse warten. Das sind ihre Antworten.

In Deutschland bestanden im vergangenen Jahr 780.819 Ausbildungsverträge. Die meisten Auszubildenden sind mit 58.864 im Bereich Kauffrau/-mann im Einzelhandel zu finden. Die geringste Zahl an Auszubildenden haben etwa Klavier- und Cembalobauer, Silberschmiede oder Thermometermacher mit jeweils genau einem Vertrag.

Doch egal ob ein Azubi oder zehn mit einem Schlag: Schwierigkeiten kann es immer und in jeder Phase geben. Welche Erfahrungen hat der Mittelstand im Bereich der Lehre mit den jungen Leuten gemacht?

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Yvonne Bläsing, Geschäftsführerin, Blaesing GmbH, Limeshain:„Wir sind sehr zufrieden mit den Leistungen unserer Azubis. Sie sind motiviert, engagiert und wissbegierig. Das unterstützen wir mit internen Fördermaßnahmen. Wir pflegen auch ein offenes Miteinander, da es uns wichtig ist, dass unsere Azubis zufrieden sind, denn das spiegelt sich letztendlich wider. Allerdings wird es immer schwieriger, an gute Azubis zu kommen. Die meisten Berufseinsteiger möchten studieren oder im Büro arbeiten, aber keinen handwerklichen Beruf ausüben.“<b>Yvonne Bläsing</b>, Geschäftsführerin, Blaesing GmbH, Limeshain:<br>„Wir sind sehr zufrieden mit den Leistungen unserer Azubis. Sie sind motiviert, engagiert und wissbegierig. Das unterstützen wir mit internen Fördermaßnahmen. Wir pflegen auch ein offenes Miteinander, da es uns wichtig ist, dass unsere Azubis zufrieden sind, denn das spiegelt sich letztendlich wider. Allerdings wird es immer schwieriger, an gute Azubis zu kommen. Die meisten Berufseinsteiger möchten studieren oder im Büro arbeiten, aber keinen handwerklichen Beruf ausüben.“Bernd Jordan, Geschäftsführer, SCO GmbH, Lübeck:„Als Ausbilder würde ich mir wünschen, dass Schule und Elternhaus die Heranwachsenden wieder mehr in ‚praktischen‘ Dingen auf das Leben vorbereiten. Für die Auszubildenden wünsche ich mir, dass die Betriebe ein umfassendes Bild vermitteln. Das soll heißen, Gesamtzusammenhänge erklären und Aufgaben in den Kontext setzen. Der Nachwuchs sollte keinen Dienst nach Vorschrift verrichten und immer wissen, für welches Ziel er arbeitet und wie bedeutsam sein Beitrag für den Erfolg des Unternehmens ist.“<b>Bernd Jordan</b>, Geschäftsführer, SCO GmbH, Lübeck:<br>„Als Ausbilder würde ich mir wünschen, dass Schule und Elternhaus die Heranwachsenden wieder mehr in ‚praktischen‘ Dingen auf das Leben vorbereiten. Für die Auszubildenden wünsche ich mir, dass die Betriebe ein umfassendes Bild vermitteln. Das soll heißen, Gesamtzusammenhänge erklären und Aufgaben in den Kontext setzen. Der Nachwuchs sollte keinen Dienst nach Vorschrift verrichten und immer wissen, für welches Ziel er arbeitet und wie bedeutsam sein Beitrag für den Erfolg des Unternehmens ist.“Beatrix Isabel Lied, Gründerin und Geschäftsführerin, Beauty is Life, Hamburg:„Als jahrelange Ausbilderin beobachte ich häufig einen kritischen Punkt, an dem Unternehmen und Azubis gleichermaßen in der Pflicht sind, diesen zu überwinden: Ist der Ausbildungsvertrag einmal unterzeichnet und die ersten Wochen der Einarbeitung verstrichen, ist es manchmal mühsam, die Motivation der neu gewonnenen Mitarbeiter hochzuhalten. Zu loben ist die hohe Social-Media-Affinität der nachfolgenden Generation. Neue Impulse und Ideen machen die Zusammenarbeit noch spannender.“<b>Beatrix Isabel Lied</b>, Gründerin und Geschäftsführerin, Beauty is Life, Hamburg:</br>„Als jahrelange Ausbilderin beobachte ich häufig einen kritischen Punkt, an dem Unternehmen und Azubis gleichermaßen in der Pflicht sind, diesen zu überwinden: Ist der Ausbildungsvertrag einmal unterzeichnet und die ersten Wochen der Einarbeitung verstrichen, ist es manchmal mühsam, die Motivation der neu gewonnenen Mitarbeiter hochzuhalten. Zu loben ist die hohe Social-Media-Affinität der nachfolgenden Generation. Neue Impulse und Ideen machen die Zusammenarbeit noch spannender.“York Neumann, Gründer und Geschäftsführer, Kiteworldwide GmbH, Hamburg:„Das Ausbildungssystem gibt uns die Möglichkeit, junge Menschen optimal auf das spätere Berufsleben vorzubereiten und von uns als Arbeitgeber zu überzeugen. Die berufliche Ausbildung ist ein fester Bestandteil unserer Firmenkultur. Unsere Auszubildenden sind vom ersten Tag an voll dabei und lernen alle Details der Surf- und Tourismusindustrie kennen. Wir bilden in vier Bereichen aus: Tourismus, Marketing, Informatik und Büromanagement. Azubis leisten einen wertvollen Beitrag zu unserem Unternehmen.“<b>York Neumann</b>, Gründer und Geschäftsführer, Kiteworldwide GmbH, Hamburg:<br>„Das Ausbildungssystem gibt uns die Möglichkeit, junge Menschen optimal auf das spätere Berufsleben vorzubereiten und von uns als Arbeitgeber zu überzeugen. Die berufliche Ausbildung ist ein fester Bestandteil unserer Firmenkultur. Unsere Auszubildenden sind vom ersten Tag an voll dabei und lernen alle Details der Surf- und Tourismusindustrie kennen. Wir bilden in vier Bereichen aus: Tourismus, Marketing, Informatik und Büromanagement. Azubis leisten einen wertvollen Beitrag zu unserem Unternehmen.“Melanie Gauland, Abteilungsleiterin Personalwesen, Agenda Informationssysteme GmbH & Co. KG, Rosenheim:„Wir stellen immer wieder fest, dass die Arbeit mit einem E-Mail-Programm und die Formulierung geschäftlicher Nachrichten Azubis am Anfang Schwierigkeiten bereiten. Zudem sind sie oft noch nicht mit den passenden Umgangsformen im Team vertraut. Dazu gehören grundlegende Abstimmungen, etwa, wie man Kollegen und Vorgesetzte über den Bearbeitungsstand einer Aufgabe informiert. Ein Lehrplan, der Schüler auch auf solche Anforderungen des Berufslebens vorbereitet, wäre wünschenswert.“<b>Melanie Gauland</b>, Abteilungsleiterin Personalwesen, Agenda Informationssysteme GmbH & Co. KG, Rosenheim:<br>„Wir stellen immer wieder fest, dass die Arbeit mit einem E-Mail-Programm und die Formulierung geschäftlicher Nachrichten Azubis am Anfang Schwierigkeiten bereiten. Zudem sind sie oft noch nicht mit den passenden Umgangsformen im Team vertraut. Dazu gehören grundlegende Abstimmungen, etwa, wie man Kollegen und Vorgesetzte über den Bearbeitungsstand einer Aufgabe informiert. Ein Lehrplan, der Schüler auch auf solche Anforderungen des Berufslebens vorbereitet, wäre wünschenswert.“

 

 


Der Text gehört zu einem Thema aus der Markt-und-Mittelstand-Ausgabe 9/2017. Hier können Sie „Markt und Mittelstand“ abonnieren.