Mittwoch, 12.04.2017
Money, money, money: Viele Mittelständler haben wenig Überblick über ihre verschiedenen Geschäftskonten. Cash-Management-Lösungen sollen auch dabei helfen.

Foto: Creatas/Thinkstock/Getty Images

Money, money, money: Viele Mittelständler haben wenig Überblick über ihre verschiedenen Geschäftskonten. Cash-Management-Lösungen sollen auch dabei helfen.

Studie zu Cash-Management-Systemen

Mittelständler digitalisieren ihren Zahlungsverkehr

Immer mehr mittelständische Unternehmen nutzen professionelle Cash-Management-Systeme. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Fachhochschule des Mittelstands.

Die Commerzbank hat für Firmenkunden die Gebühren für formlose Überweisungsaufträge massiv erhöht. 50 Euro kostet es nun, wenn ein Geschäftsführer etwa per Fax seinen Bankberater darum bittet, Geld zu überweisen. Dabei, erklärt Frank-Oliver Wolf, Leiter CTS Sales Deutschland, gehe es weniger darum, durch die Gebühren Geld einzunehmen. Vielmehr sollten die Unternehmer im eigenen Interesse und aus Sicherheitsgründen auf digitale Überweisungen setzen.

Laut einer Studie, die Volker Wittberg, Professor für Mittelstandsmanagement von der Fachhochschule des Mittelstands, Anfang April gemeinsam mit Wolf vorstellte, digitalisieren immer mehr mittelständische Unternehmen ihren Zahlungsverkehr und nutzen Cash-Management-Systeme. Waren es vor zwei Jahren nur 36 Prozent, die ein solches System nutzten, mit dem sich in aller Regel auch mehrere Konten und sogar mehrere Tochterunternehmen managen lassen, sind es heute rund 40 Prozent. Zudem nutzten die Unternehmen immer professionellere Tools, betont Wittberg. Der Trend gehe weg von der fehlerbehafteten Excel-Tabelle hin zu von Softwareunternehmen oder den Kreditinstituten selbst angebotenen Lösungen. Getrieben werde die Entwicklung durch eine wachsende Zahl von „Digital Natives“ unter den Mitarbeitern sowie durch Steuerberater, deren Arbeit durch mehr Übersicht vereinfacht würde.

Trend dürfte sich fortsetzen

Da sowohl 2015 als auch 2017 in der Studie weniger als hundert Mittelständler befragt wurden, wurden die Ergebnisse mit Experteninterviews abgeglichen. Die Commerzbank war als Kooperationspartner in die Erarbeitung der Studie involviert. Die Ergebnisse bestätigten die Erfahrungen der Bank aus dem operativen Alltagsgeschäft, sagte Frank-Oliver Wolf bei der Vorstellung der Studie.

Wissenschaftler Wittberg geht davon aus, dass der Trend zur Digitalisierung der Finanzierungsprozesse im Mittelstand anhält. In fünf bis zehn Jahren werde man nicht mehr darüber reden, wie viele Unternehmen ein professionelles Cash-Management-System nutzten, glaubt er. Schließlich würden sich anfängliche Investitionen in Software und gegebenenfalls Mitarbeiterschulungen schnell amortisieren. Denn die bessere Übersicht über das im Unternehmen vorhandene Geld erlaube effizientere Investitionen, etwa durch die Ausnutzung von Skonto-Regeln.