Mittwoch, 13.09.2017
Flüssig bleiben heißt weiter wachsen: Es reicht längst nicht mehr aus, die Zinsen zu vergleichen und den günstigsten Anbieter zu wählen, um Investitionen zu finanzieren. Stattdessen setzen immer mehr Unternehmen auf einen Finanzierungsmix.

Foto: maxsattana/Thinkstock/Getty Images

Flüssig bleiben heißt weiter wachsen: Es reicht längst nicht mehr aus, die Zinsen zu vergleichen und den günstigsten Anbieter zu wählen, um Investitionen zu finanzieren. Stattdessen setzen immer mehr Unternehmen auf einen Finanzierungsmix.

Gastkommentar zum Factoring

Permanente Liquidität ist unverzichtbar, um Wachstum zu ermöglichen

Baukasten statt klassischem Kredit: Immer mehr Unternehmen setzen auf einen Finanzierungsmix, um Planungssicherheit und Flexibilität für das Unternehmenswachstum zu gewinnen. Und das ist gut so. Ein Gastkommentar.

Unternehmen müssen heute blitzschnell sein. Das gilt für Vertrieb, Service und Lieferzeiten genauso wie für Investition und Innovation. Dieses Tempo erfordert aber auch, dass Unternehmer oft Geld ausgeben müssen, lange bevor ihre Kunden bezahlen. An sich kein Problem. Wofür gibt es die Hausbank? Die Finanzierungskonditionen sind bekanntlich nach wie vor hervorragend.

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Aber natürlich wissen wir alle: Es reicht längst nicht mehr aus, die Zinsen zu vergleichen und den günstigsten Anbieter zu wählen, um Investitionen zu finanzieren. Auf die Gesamtsituation kommt es an – und da erweist sich ein klassischer Kredit nicht immer als die beste Lösung. Tatsächlich entscheiden sich etliche Mittelständler für einen Finanzierungsbaukasten, um flüssig, flexibel und vor allem unabhängig zu bleiben – und das ist gut so.

Factoring dient nicht nur der Krisenrettung

Denn durch den Mix unterschiedlicher Finanzierungsinstrumente lassen sich mit unterschiedlichen Mitteln unterschiedliche Ziele erreichen: Leasing etwa ermöglicht Planungssicherheit und Flexibilität bei Investitionen in Anlagen, Transportmittel oder IT-Systeme. Factoring wiederum erhöht durch raschen Liquiditätszufluss die Eigenkapitalquote und optimiert den Cashflow. Als Vertreter der Factoring-Branche freut es mich natürlich, dass gerade diese Finanzierungslösung an Beliebtheit gewinnt.

Gleichzeitig ist Factoring ein Beispiel dafür, wie ambivalent neue Finanzierungsmethoden in weiten Teilen des deutschen Mittelstands betrachtet werden: Während die neue Führungsgeneration und jüngere CFOs Factoring immer mehr in Anspruch nehmen, hat der Forderungsverkauf bei konservativen, alteingesessenen Mittelständlern nicht das beste Image. Mancher Unternehmer fürchtet, dass Factoring ihn in die Nähe von Inkasso rücken und Kunden ihm finanzielle Schwierigkeiten unterstellen könnte.

Dabei wissen nicht nur Skeptiker: Factoring dienst heute längst nicht mehr nur der Krisenrettung, sondern hat vor allem in den Phasen ambitionierten Unternehmenswachstums seine Berechtigung. Denn permanente Liquidität ist unverzichtbar, um – gerade im Zuge der Digitalisierung – Wachstum zu ermöglichen, frei nach dem Motto: „Flüssig bleiben heißt weiter wachsen!“

Autor
Joachim Secker ist CEO der Targo Commercial Finance.

Joachim Secker ist CEO von Targo Commercial Finance und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Factoring-Verbandes.

Für „Markt und Mittelstand“ hat er auch schon über den Vorteil von Optimismus, das Verhältnis von Banken und Fintechs sowie von Banken und Unternehmern geschrieben.