Donnerstag, 21.11.2013
Der Weg bis zur SEPA-Einführung am 1. Februar 2014 ist nicht mehr lang.

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Der Weg bis zur SEPA-Einführung am 1. Februar 2014 ist nicht mehr lang.

Big-Bang-Szenario möglich

SEPA: Nur noch 70 Tage bis zur Umstellung

Die Zeit bis zur SEPA-Einführung wird immer weniger und erst 24 Prozent der Unternehmen im Mittelstand haben auf SEPA umgestellt. Was der Mittelstand jetzt tun muss.

In gut 70 Tagen endet die Umstellungsfrist für den SEPA-Zahlungsverkehr. Erst 24 Prozent der Mittelständler gaben bei einer Blitzumfrage der FH des Mittelstandes im Auftrag der Commerzbank an, dass sie ihre Vorbereitungen auf SEPA komplett abgeschlossen haben. 73 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie die Vorbereitungen alle rechtzeitig abgeschlossen haben. „Das heißt im Umkehrschluss aber, dass mehr als Dreiviertel des Mittelstands mit der Umstellung noch nicht fertig ist. Viele verlassen sich wahrscheinlich zu sehr auf die Banken und deren Konvertierungslösungen“, interpretiert der Leiter der Studie Prof. Dr. Volker Wittberg die Ergebnisse.

SEPA: Big-Bang-Szenario möglich

Seit dem 28. Januar 2008 ist SEPA Realität und der Mittelstand hat seitdem die Möglichkeit, seine Bankgeschäfte auf das einheitliche Zahlungsverfahren umzustellen. Diese Umstellungsphase endet definitiv mit dem 31. Januar 2014. „Banken dürfen danach keine Lastschriften und Überweisungen mehr annehmen, die nicht SEPA-fähig sind“, sagt Frank-Oliver Wolf, Global Head Cash Management & International Business bei der Commerzbank. Wenn der Mittelstand bis zu diesem Stichtag nicht auf SEPA umgestellt hat, hat dies also Konsequenzen. Schnell kann es dadurch zu Liquiditätsengpässen kommen. Denn der Mittelstand ist nicht nur für seine eigene Umstellung auf SEPA verantwortlich sondern auch von Kunden und Geschäftspartnern abhängig. Haben diese nicht rechtzeitig auf SEPA umgestellt, kommen die eigentlich eingehenden Zahlungsaufträge nicht im Unternehmen an. „Bis jetzt sind erst 6 Prozent aller Zahlungen auf SEPA umgestellt. Die Gefahr eines Big-Bang-Szenarios zum 1. Februar ist also sehr groß“, sagt Wolf.

SEPA: Notfalllösung Konvertierung

Die Umfrage ergab auch, dass jedes vierte mittelständische Unternehmen eine von den Banken angebotene Konvertierungslösung nutzen wird, um Zahlungsverkehrsdateien in das SEPA-Format umwandeln zu lassen. „Der Kunde kann uns beispielweise seine Zahlungen, die noch im Alt-Format sind, anliefern und wir konvertieren diese in das SEPA-Format XML. Das geschieht allerdings gegen eine Bepreisung, die dem Kunden den Anreiz schaffen soll, dennoch schnell auf SEPA umzusteigen“, sagt Wolf. Die Konvertierungslösung soll nämlich definitiv nur eine Notfalllösung sein. Keines der befragten Unternehmen verfügt über weitere Notfallpläne zur Vermeidung der technischen Zahlungsfähigkeit.

Mittelstand sieht in SEPA keine Vorteile

Ein Grund für die zögerliche Umstellung des Mittelstands auf SEPA sieht die Blitzumfrage darin, dass mehr als Zweidrittel der befragten Mittelständler in SEPA keine Vorteile für sich sieht. „Es ist bedenklich, dass dem exportstarken Mittelstand die zahlreichen Vorteile durch SEPA noch immer nicht bewusst sind“, sagt Wittberg. Ein Vorteil von SEPA ist beispielweise, dass die betriebliche Administration und die Kosten nach der Umstellung deutlich gesenkt werden können. Außerdem ist es mit SEPA erstmals möglich, grenzüberschreitende Lastschriften vorzunehmen. Ohne SEPA brauchte ein Mittelständler, der zum Beispiel von einem spanischen Kunden sein Geld per Lastschrift einziehen wollte, ein Konto in Spanien. Dieser administrative Aufwand entfällt durch SEPA.
Bis heute ist 96 Prozent der Umstellungszeit abgelaufen. Der Mittelstand, der noch nicht auf SEPA umgestellt hat, sollte das Projekt SEPA schnellstmöglich angehen.