Montag, 19.08.2013
„Für Unternehmen ist die Umstellung vielfach mit aufwendigen Softwareanpassungen verbunden“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele

Quelle: Thinkstock / Getty Images

„Für Unternehmen ist die Umstellung vielfach mit aufwendigen Softwareanpassungen verbunden“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele

Sepa

Unternehmen: Insolvenzen durch Sepa?

Die schleppende Umstellung des neuen Zahlungssystems Sepa in den Unternehmen bereitet der Bundesbank zunehmend Sorgen. Im schlimmsten Fall drohen den Unternehmen ohne Sepa-Umstellung Insolvenzen.

Noch immer sind nicht alle deutschen Unternehmen auf das neue Zahlungssystem Sepa vorbereitet. Die Bundesbank warnt davor, dass es dadurch ab Februar 2014 zu Störungen innerhalb der Liquiditätsversorgung kommen kann, wodurch den Unternehmen im schlimmsten Fall sogar eine Insolvenz droht, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Montagsausgabe berichtet. In gut fünf Monaten können die Kreditinstitute dann nur noch Leistungen wie Zahlungen von Gehältern rechtzeitig abwickeln, wenn diese im Sepa-Format eintreffen.

Durch Sepa könnten Insolvenzen auf die Unternehmen zukommen

Vor allem die kleineren Unternehmen in Deutschland sind noch nicht darüber informiert, dass die neuen EU-Regeln für Überweisungen und Lastschriften ab Februar 2014 auch national verbindlich gelten. Die für die Lastschriften nötige Gläubiger-ID (Identifikationsnummer) wurde nach Zahlen der Bundesbank in Deutschland bisher in erst 712.738 Fällen (Stand: 13.08.2013) vergeben, obwohl es bundesweit 3,6 Millionen Unternehmen gibt.

Sepa-Umstellung ist größerer Aufwand

Doch einzig mit einer Beantragung der Gläubiger-ID ist es für die Unternehmen nicht getan: „Für Unternehmen ist die Umstellung vielfach mit aufwendigen Softwareanpassungen verbunden“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele, denn die Bundesbank sei zwar für einen reibungslosen Zahlungsverkehr verantwortlich, jedoch nicht zuständig für die Umstellung. Thiele erklärt, dass dafür die Kreditwirtschaft und die Kunden selbst verantwortlich seien. Ziel der Sepa-Umstellung ist, dass die Abläufe im internationalen Zahlungssystem schneller und günstiger werden.

Info

Sepa

Ab dem ersten Februar 2014 wird es in Europa unter dem Namen Sepa (Single Euro Payments Area) einen einheitlichen Zahlungsverkehr geben. Dieses Verfahren wird die derzeitigen nationalen Zahlungsverfahren ablösen.

 

Die Änderungen bedeuten konkret:

  • Ablösung von Kontonummer und Bankleitzahl durch IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code)
  • Einheitliche Überweisungsformulare für in- und ausländische Zahlungen
  • Ablösung des Abbuchungs- / Einzugsermächtigungsverfahrens durch die SEPA-Lastschrift
  • Neue Anforderungen an die Abwicklung im Lastschriftprozess

 

 

Quelle: datev.de