Montag, 27.03.2017
Alles neu: Ab 2018 soll die Cebit im Juni stattfinden.

Foto: Deutsche Messe

Alles neu: Ab 2018 soll die Cebit im Juni stattfinden.

Reaktionen auf Terminänderung

Cebit-Kritiker: Neue Präsentation ersetzt nicht neue Inhalte

Auf die Verschiebung des Messetermins der Cebit reagieren Aussteller der IT-Branche unterschiedlich. Doch der Verzicht auf den Anspruch, eine weltweite Fachmesse zu sein, wird positiv aufgenommen.
„Kommt uns sehr entgegen“
„Der Erfolg der Cebit hängt weniger von der Jahreszeit ab als vom Konzept. Dass sich die neue Cebit stärker auf Start-ups und die Generation Y ausrichtet, kommt uns als Anbieter Cloud-basierter kaufmännischer Software sehr entgegen. Wir sind sehr gespannt auf das neue Konzept und wünschen der Cebit 2018 schon heute viel Erfolg!“
Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe, Sage GmbH<b>„Kommt uns sehr entgegen“</b><br>
„Der Erfolg der Cebit hängt weniger von der Jahreszeit ab als vom Konzept. Dass sich die neue Cebit stärker auf Start-ups und die Generation Y ausrichtet, kommt uns als Anbieter Cloud-basierter kaufmännischer Software sehr entgegen. Wir sind sehr gespannt auf das neue Konzept und wünschen der Cebit 2018 schon heute viel Erfolg!“<br>
<i>Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe, Sage GmbH</i>„Stärkere Fokussierung”
„Die Verschiebung in den Sommer begrüßen wir – verbunden mit der Hoffnung, dass die Cebit so noch mehr Besucher anzieht. Auch die Straffung der Messewoche auf vier Tage ist positiv. Für uns wäre sogar eine Verkürzung auf drei Tage denkbar. Das sorgt für eine stärkere Fokussierung und wird die Gesamtbesucherzahl sicher nicht negativ beeinflussen. 
Die Öffnung für Privatkunden ist für ein Unternehmen wie Bechtle, das ausschließlich gewerbliche Kunden und die öffentliche Hand bedient, ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind in der Praxis schon heute zahlreiche Privatkunden unter den Messebesuchern, die wir mit unseren spezifischen Lösungsthemen wenig bis gar nicht ansprechen können. Eine Zunahme dieser Besuchergruppe mindert aus meiner Sicht die Fokussierung auf Fachthemen – und genau die macht die Cebit für Unternehmen und Fachbesucher bisher attraktiv. Andererseits sind unter den Privatkunden aber nicht nur ‚Jäger und Sammler‘, sondern auch qualifizierte Absolventen, potentielle Mitarbeiter oder gar zukünftige IT-Verantwortliche auf Kundenseite. Die Adressierung dieser Zielgruppen spielt bei öffentlichen Auftritten immer eine Rolle. Wie groß die in diesem Fall sein wird, lassen wir auf uns zukommen und freuen uns auf eine spannende neue Cebit im Jahr 2018.“
Ascan Collier, Leitung HPE-Team, Bechtle Logistik & Service<b>„Stärkere Fokussierung”</b><br>
„Die Verschiebung in den Sommer begrüßen wir – verbunden mit der Hoffnung, dass die Cebit so noch mehr Besucher anzieht. Auch die Straffung der Messewoche auf vier Tage ist positiv. Für uns wäre sogar eine Verkürzung auf drei Tage denkbar. Das sorgt für eine stärkere Fokussierung und wird die Gesamtbesucherzahl sicher nicht negativ beeinflussen. <br>
Die Öffnung für Privatkunden ist für ein Unternehmen wie Bechtle, das ausschließlich gewerbliche Kunden und die öffentliche Hand bedient, ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind in der Praxis schon heute zahlreiche Privatkunden unter den Messebesuchern, die wir mit unseren spezifischen Lösungsthemen wenig bis gar nicht ansprechen können. Eine Zunahme dieser Besuchergruppe mindert aus meiner Sicht die Fokussierung auf Fachthemen – und genau die macht die Cebit für Unternehmen und Fachbesucher bisher attraktiv. Andererseits sind unter den Privatkunden aber nicht nur ‚Jäger und Sammler‘, sondern auch qualifizierte Absolventen, potentielle Mitarbeiter oder gar zukünftige IT-Verantwortliche auf Kundenseite. Die Adressierung dieser Zielgruppen spielt bei öffentlichen Auftritten immer eine Rolle. Wie groß die in diesem Fall sein wird, lassen wir auf uns zukommen und freuen uns auf eine spannende neue Cebit im Jahr 2018.“<br>
<i>Ascan Collier, Leitung HPE-Team, Bechtle Logistik & Service</i>„Warum aus der Cebit keine IAA wird oder: Sommerloch statt Saisonstart“
„Irgendwie kommt es einem bekannt vor, das neue Cebit-Konzept: Fachbesuchertag, Pressetag, Publikumstage. Da war doch was? Richtig – es erinnert an die IAA, mit knapp 1 Million Besuchern Publikumsmagnet. Die Automobilmesse als Vorbild für die Cebit? Selbst wenn das so wäre – dieses Konzept wird nicht aufgehen. Technologische Neuheiten werden längst nicht mehr auf der Cebit vorgestellt – dem Namen nach das ‚Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation‘. Technologische Neuheiten sind vielmehr Teil unseres Alltags geworden, Fachbesucher kann man damit sicher nicht mehr anlocken. Für das ‚normale‘ Publikum präsentiert sich die Messe nicht attraktiv genug, daran ändert auch eine Verlegung vom März in den Juni nichts, denn hier sind Inhalte gefragt. Und mit Emotionen spielen, wie dies die IAA tut, kann die Cebit schon lange nicht mehr. 
Für Informationstechnologie-affine Menschen war die Cebit schon immer der (Saison-)Start in das technologische Jahr – auch als sie vor vielen, vielen Jahren noch rund 800.000 Besucher zählte und zehn (!!) Tage dauerte, übrigens wie heute die IAA. Eine Verlegung in den Juni wird unserer Meinung nach der Anfang vom Ende sein. Mitte Juni statt Mitte März heißt in unseren Augen: Sommerloch statt Saisonstart. Schade, Cebit.“
Matthias Thurner, CTO, Vorstandsmitglied und Mitbegründer der prevero AG<b>„Warum aus der Cebit keine IAA wird oder: Sommerloch statt Saisonstart“</b><br>
„Irgendwie kommt es einem bekannt vor, das neue Cebit-Konzept: Fachbesuchertag, Pressetag, Publikumstage. Da war doch was? Richtig – es erinnert an die IAA, mit knapp 1 Million Besuchern Publikumsmagnet. Die Automobilmesse als Vorbild für die Cebit? Selbst wenn das so wäre – dieses Konzept wird nicht aufgehen. Technologische Neuheiten werden längst nicht mehr auf der Cebit vorgestellt – dem Namen nach das ‚Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation‘. Technologische Neuheiten sind vielmehr Teil unseres Alltags geworden, Fachbesucher kann man damit sicher nicht mehr anlocken. Für das ‚normale‘ Publikum präsentiert sich die Messe nicht attraktiv genug, daran ändert auch eine Verlegung vom März in den Juni nichts, denn hier sind Inhalte gefragt. Und mit Emotionen spielen, wie dies die IAA tut, kann die Cebit schon lange nicht mehr. <br>
Für Informationstechnologie-affine Menschen war die Cebit schon immer der (Saison-)Start in das technologische Jahr – auch als sie vor vielen, vielen Jahren noch rund 800.000 Besucher zählte und zehn (!!) Tage dauerte, übrigens wie heute die IAA. Eine Verlegung in den Juni wird unserer Meinung nach der Anfang vom Ende sein. Mitte Juni statt Mitte März heißt in unseren Augen: Sommerloch statt Saisonstart. Schade, Cebit.“<br>
<i>Matthias Thurner, CTO, Vorstandsmitglied und Mitbegründer der prevero AG</i>„Jeder ist seines Glückes Schmied“
„So, so – die Messe soll also cooler werden, erfährt man von Messechef Frese. Wie das aussehen soll: Der äußere Rahmen soll geändert werden. Von einer Welcome-Night am Abend des ersten Messetags, dem Montag, ist die Rede. Für Donnerstagabend ist ein weiteres Event-Highlight angekündigt, das die Brücke zum Publikumstag am Freitag schlagen soll, an dem sich ‚Festival-Atmosphäre‘ breitmachen soll, Streetfood inklusive. Überhaupt will man die Generation der Developer und Start-ups stärker adressieren, um nicht zuletzt dadurch den ‚Coolness-Faktor‘ zu erhöhen.
Nicht zu vergessen: Die Messe findet nicht mehr im März statt, sondern Mitte Juni – dem Festival-Feeling sei Dank. Das Feeling, nach dem wir suchen, und die Plattform, die wir uns für eine erfolgreiche Cebit vorstellen, danach halten wir allerdings vergeblich Ausschau. Und wenn Frese dann noch sagt, ERP, CRM und Business-Intelligence stünden nicht mehr ‚auf der ersten Kommunikationsebene‘, dann hat sich die Cebit als Kommunikationsebene für uns als ERP-Anbieter gerade eben selbst abgeschossen. Ich bezweifle übrigens, dass es unseren Mitbewerbern und auch den CRM- und BI-Anbietern da sehr viel anders gehen wird. Wenn Sie mich fragen: Irgendwie ganz schön uncool, diese neue Entwicklung. Neue Inhalte wären wichtig gewesen, nicht neue Präsentationsformen. Mehr Fakten, weniger Feeling. Wie heißt es so schön? Jeder ist seines Glückes Schmied.“
Holm Egerland, Director Business Development, Unit4 Business Software GmbH<b>„Jeder ist seines Glückes Schmied“</b><br>
„So, so – die Messe soll also cooler werden, erfährt man von Messechef Frese. Wie das aussehen soll: Der äußere Rahmen soll geändert werden. Von einer Welcome-Night am Abend des ersten Messetags, dem Montag, ist die Rede. Für Donnerstagabend ist ein weiteres Event-Highlight angekündigt, das die Brücke zum Publikumstag am Freitag schlagen soll, an dem sich ‚Festival-Atmosphäre‘ breitmachen soll, Streetfood inklusive. Überhaupt will man die Generation der Developer und Start-ups stärker adressieren, um nicht zuletzt dadurch den ‚Coolness-Faktor‘ zu erhöhen.<br>
Nicht zu vergessen: Die Messe findet nicht mehr im März statt, sondern Mitte Juni – dem Festival-Feeling sei Dank. Das Feeling, nach dem wir suchen, und die Plattform, die wir uns für eine erfolgreiche Cebit vorstellen, danach halten wir allerdings vergeblich Ausschau. Und wenn Frese dann noch sagt, ERP, CRM und Business-Intelligence stünden nicht mehr ‚auf der ersten Kommunikationsebene‘, dann hat sich die Cebit als Kommunikationsebene für uns als ERP-Anbieter gerade eben selbst abgeschossen. Ich bezweifle übrigens, dass es unseren Mitbewerbern und auch den CRM- und BI-Anbietern da sehr viel anders gehen wird. Wenn Sie mich fragen: Irgendwie ganz schön uncool, diese neue Entwicklung. Neue Inhalte wären wichtig gewesen, nicht neue Präsentationsformen. Mehr Fakten, weniger Feeling. Wie heißt es so schön? Jeder ist seines Glückes Schmied.“<br>
<i>Holm Egerland, Director Business Development, Unit4 Business Software GmbH</i>