Themenspecial Februar 2010

Forderungsmanagement für den Mittelstand

Die Banken halten sich bei der Kreditvergabe zurück, die Insolvenzzahlen steigen – vernünftiges Forderungsmanagement war nie wichtiger als heute. Doch es kommt auf die richtigen Instrumente an. So geht’s.

Von Andrea Martens

Es gibt Geschichten, die völlig verkorkst anfangen, sich danach unschön entwickeln, um schließlich in einem handfesten Schlamassel zu enden. Eine solche Geschichte erleben gerade in Zeiten zögerlicher Kreditversicherer und insolvenzgefährdeter Kunden viele mittelständische Unternehmen. So wie Willi Fischer. Als der Geschäftsführer der Fischer Kunststoff Schweißtechnik GmbH vor einiger Zeit einem deutschen Kunden in Ungarn eine Schweißmaschine für den Automotive-bereich lieferte, forderte dieser zusätzliche Dienstleistungen. Obwohl das vertraglich nicht vorgesehen war, kam Fischer dem Wunsch des Kunden nach. Von der Rechnung über 10.000 Euro wollte der Kunde allerdings nichts wissen. Das Inkassobüro, das Fischer einschaltete, kassierte vorab 200 Euro, und teilte wenig später mit, der Kunde habe die Zahlungen gesperrt, da angeblich Gegenforderungen in Höhe von 50.000 Euro bestünden. Weitere Dienstleistungen wurden nicht erbracht. Als Fischer durch einen glücklichen Zufall schließlich doch an sein Geld kam, wollte die Inkassofirma 20 Prozent der Rechnungssumme, verklagte Fischer beim zuständigen Amtsgericht – und gewann.

Zugegeben: Der Fall des hessischen Mittelständlers ist schon eine außergewöhnlich ärgerliche Geschichte. Dennoch zeigt sie, dass erfolgreiches Forderungsmanagement keine unkomplizierte Sache ist, im Alltagsgeschäft aber oft nebenher läuft. Wir zeihen Ihnen Wege zur Optimierung Ihres Forderungsmanagements auf.

Wie Sie Ihr Mahnwesen im eigenen Haus betreiben, lesen Sie in dem Artikel Von der Prüfung bis zur Pfändung. Für viele Unternehmen kommt ein Forderungsverkauf in Frage, der klare Vorzüge hat. Doch die Anbieter nehmen nicht alle Firmen und nicht jede Rechnung. Dann kann ein Inkassobüro weiterhelfen. Über die beide Formen des Forderungsmanagements infomiert der Artikel Factoring oder Inkasso?. Wenn gar nichts mehr nutzt, und Rechnungen schon zu verjähren drohen, ist ein gerichtlicher Mahnbescheid ein geeigneter Weg, Forderungen doch noch geltend zu machen. Wie sie den Bescheid korrekt und rechtwirksam erwirken, erfahren Sie im Text Alarmstufe Gelb. Wer auf eigenen Faust versuchen möchte, ausstehende Forderungen einzutreiben, kann dies auf ungewöhnlichen Wegen tun. Welche Grenzen Sie dabei einhalten sollten, lesen Sie unter Mit allen legalen Mitteln.

Lesen Sie hierzu:

Von der Prüfung bis zur Pfändung
Nicht alle Unternehmer möchten Rechnungs- und Mahnwesen outsourcen. So optimieren Sie Ihr Forderungsmanagement im eigenen Haus.

Factoring oder Inkasso?
Wer Forderungen an einen Factor verkauft, braucht sich um Mahnungen nicht mehr zu kümmern. Allerdings funktioniert das Modell nicht für jedes Unternehmen. Dann kommt Inkasso in Frage.

Alarmstufe Gelb
Wenn Schuldner trotz mehrfacher Aufforderung nicht zahlen, ist ein gerichtlicher Mahnbescheid oft das geeignete Mittel, um Forderungen doch noch einzutreiben. Dabei sollten Sie aber bestimmte Regeln beachten.

Mit allen legalen Mitteln
Selbst wenn es scheinbar nichts mehr zu holen und zu pfänden gibt, lohnt es ich oft noch, selbst aktiv werden. Manchmal verhilft Gläubigern eine ausgefallene Idee zum Erfolg. Welche Methoden juristisch einwandfrei sind, erklärt Rechtsanwalt Hergen von Varel.

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