Montag, 18.01.2016
Mit der Aufhebung der Sanktionen wird der Iran-Handel wieder aufleben. Mittelständler können vielfach profitieren, sie müssen nur zügig handeln.

Fotoquelle: Wavebreakmedia Ltd/Thinkstock/Getty Images

Mit der Aufhebung der Sanktionen wird der Iran-Handel wieder aufleben. Mittelständler können vielfach profitieren, sie müssen nur zügig handeln.

Zukunftsmärkte
Implementation Day

Mittelstand muss im Iran-Handel schnell Präsenz zeigen

Am Wochenende fiel das Handelsembargo gegen den Iran. Der Bedarf vor Ort ist enorm. Deutsche Mittelständler sollten sich jetzt schnell Aufträge sichern.

Vier Jahrzehnte ruhten die wirtschaftlichen Beziehungen, nun ist der Iran als Absatzmarkt für den deutschen Mittelstand wieder geöffnet. Am Wochenende fielen die Sanktionen gegen das Land mit sofortiger Wirkung. Sechs Monate nach Unterzeichnung des Atomabkommens bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA, dass der Iran sämtliche darin getroffenen Verpflichtungen einhalte.

Für den deutschen Mittelstand sind das gute Nachrichten. Denn er kann an Handelsbeziehungen anknüpfen, die vor dem Wirtschaftsembargo sehr fruchtbar waren. Vieles davon ist mittlerweile veraltet und deutsche Mittelständler als Lieferanten gern gesehen.

Iran: bestehende Handelsbeziehungen nutzen

„Viele Industriebetriebe zeigen stolz ihre Anlagen aus deutscher Produktion vor, die sie vor 30 Jahren gekauft haben und die immer noch laufen“, erzählt Sven-Boris Brunner, Geschäftsführer der deutsch-iranischen Beratungsfirma Ref Europe und Deutschlandchef der Logistikfirma Militzer & Münch.

Deutsche Firmen könnten dort nun einhaken, so Brunner weiter. Etwa indem sie neue Steuerelemente in die alten Anlagen einbauen, um sie zu modernisieren. Oder ein Angebot für einen neuen Maschinenpark unterbreiten. Ersatzteile und Investitionsgüter sind voraussichtlich unter den als erstes bestellten Produkten, meinen auch andere Experten. Ebenfalls gute Chancen werden Kfz-Zulieferer von Anfang an haben.

Schneller Netzwerk-Aufbau hilft im Iran-Handel

Auch an anderen Stellen ist der Bedarf an deutscher Technik im Iran groß. Um den kurzfristigen Bedarf im Markt schnell zu bedienen, können deutsche Firmen ihre Geschäftsbeziehungen mit der Türkei als Sprungbrett nutzen. Dabei profitieren sie vor allem von Zollvorteilen.

Langfristig aber lohnt sich auch eine Präsenz im iranischen Markt. Nicht zuletzt, weil die Teilnahme an einigen öffentlichen Ausschreibungen einen lokalen Ansprechpartner voraussetzt.

„In jedem Fall ist es wichtig, jetzt bald auf mögliche Kunden zuzugehen“, rät Brunner. Denn der Bedarf ist hoch und auch die Konkurrenz hat die kauffreudigen iranischen Kunden im Auge. „In ein paar Jahren werden die ersten Reihen besetzt sein, daher ist es wichtig, von Anfang an dabei zu sein.“

Um die ersten Reihen bemüht sich auch die Volksrepublik China: Der Staatspräsident Xi Jinping hat als erster Staatschef den Iran nach der Aufhebung der Sanktionen besucht. Sein Ziel: die bilateralen Beziehungen mit der Islamischen Republik verbessern.

Info

Lesen Sie in unserem MUM-Ratgeber, welche Risiken beim Iran-Handel zu beachten sind.