Donnerstag, 31.05.2012
Zukunftsmärkte
Soziale Netzwerke im Internet

Social Media in B2B-Unternehmen

Social Media funktioniert im B2B-Bereich nicht anders als bei B2C-Unternehmen. Zudem ist die Angst vor imageschädlichen Äußerungen unberechtigt, wie Erfolgsbeispiele aus dem B2B-Mittelstand zeigen.

47 Prozent aller Unternehmen sind in soziale Netzwerken im Internet aktiv ein. Große Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten sind aber deutlich aktiver als Mittelständler, zeigt eine aktuelle Bitkom-Studie. Die Prozesse in großen Firmen sind in der Regel auch strukturierter als im Mittelstand. So nutzen 63 Prozent der Großen Social Media Guidelines, während nur 19 Prozent der kleinen ihren Mitarbeitern Richtlinien für die berufliche Nutzung sozialer Medien geben. Die Krones AG hat seinen Mitarbeitern zum Beispiel ein Liste mit Tipps zum Umgang mit Social Media an die Hand gegeben.

Hier finden Sie Tipps für Unternehmen zum Thema Social Media Guidelines.

86 Prozent der großen Unternehmen beschäftigen extra Mitarbeiter, die für die Steuerung der Social-Media-Aktivitäten verantwortlich sind. Nur 41 Prozent der Mittelständler hingegen haben extra Personal hierfür.

Der Mittelständler Metabo hat vor einem Jahr einen neuen Mitarbeiter, Oliver Scherb, eingestellt, der sich um den Aufbau und den Auftritt des Unternehmens in sozialen Medien kümmert. Seither hat er einen Twitter-Account eingerichtet, einen Facebook-Account eröffnet und die Präsenz des Unternehmens auf Youtube etabliert. „Wir haben Produktvideos und Anwendungsvideos, wo die Maschinen im Einsatz gezeigt werden“, erzählt Scherb. Die Videos zeigt der Mittelständler auf seiner Homepage und auf Messen. Katja Fleig, die bei dem Unternehmen Schneider Schreibgeräte für die Social Media Aktivitäten verantwortlich ist, hat eine interessante Beobachtung auf dem firmeneigenen Facebookaccount gemacht: „Hier treffen wir vor allem Endkunden, aber auch Handelspartner aus dem Ausland schauen dort gerne vorbei“, sagt sie. Innerhalb Deutschlands habe sich Facebook als Kommunikationskanal mit Händlern aber grundsätzlich noch nicht durchgesetzt.

Online-Videos kommen auch im Geschäftskundenbereich gut an. Schneider Schreibgeräte hat kürzlich mit dem „Pen Configurator“ ein neues Tool gelaunched. In Echtzeit und 3D können Geschäftskunden mit dem Pen Configurator ihre eigenen Stifte designen. Eine Mindestbestellmenge von 100 bis deutlich mehr Stück, je nach Stiftart, verdeutlicht, dass das Tool Großabnehmer ansprechen soll. „Als Benutzerleitfaden haben wir einen Trailer aufgenommen und auf Youtube gestellt“, erzählt Fleig. Den Link zu dem Trailer versendet das Unternehmen nun selektiv per Mail an Händler und Großkunden. „Das Video hat uns das Weitersagen, dass wir ein neues Tool haben und wie es funktioniert, deutlich vereinfacht“, berichtet Fleig. „Um zu informieren ist so ein Video Gold wert und spart Zeit.“

Auch auf Facebook hat das Unternehmen den Trailer gepostet, obgleich die eigentliche Zielgruppe hier gar nicht unbedingt zu finden ist. „Trotzdem haben wir festgestellt, dass es auch für unsere Facebook-Fans ein spannendes Tool ist, auch wenn am Ende keine Anfrage abgeschickt wird“, sagt Fleig. Auch wenn die Kunden am Ende nichts bestellen, sei das Tool gut für das Image.

So können mittelständische Unternehmen Social Media nutzen: Tipps und Best Practice-Beispiele 

Auch für die interne Kommunikation bieten sich Social Media Plattformen an. „Mit einer sozialen Software können Unternehmen intern oder mit Marktpartnern wie auf öffentlichen Plattformen diskutieren . ohne die Gefahr Informationen dringen nach außen“, sagt Prof. Heike Simmet von der Hochschule Bremerhaven.

Softwarelösungen wie etwa Comindwork seien in der Basisversion kostenlos. Geschäftsführer Jan Westerbarkey von Westaflex hat sich aus diesem Grund Twitter nach gebaut. Dort werden kurze Infos ausgetauscht und Dokumente gespeichert. „Es ist mehr als ein Unternehmens-Wiki, es ist situativ verschlagwortet und vereinfacht die interne Kommunikation ungemein“, sagt Westerbarkey. Für die Erstellung dieses Tools hat der Unternehmer rund 30.000 Euro bezahlt, doch den Quellcode dafür stellt er kostenlos zur Verfügung.

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