Freitag, 07.12.2012

Kompakt Strategie und Personal

Kampf gegen Schwarzarbeit+++Weniger Investitionen+++Fachkräftemangel auf allen Ebenen+++E-Mail-Verbot

Kampf gegen Schwarzarbeit

Das Jahressteuergesetz 2013 beinhaltet die Einführung einer Lohnsteuer-Nachschau. Mit dem Instrument soll die Schwarzarbeit in Unternehmen bekämpft werden. Finanzbeamte dürfen dann ohne Vorankündigung Unternehmen aufsuchen und sich Informationen über die betrieblichen...

CHEFSACHE

Weniger Investitionen Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand geht zurück: 103 Milliarden Euro wollen deutsche mittelständische Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten investieren, wie eine Umfrage der Leasinggesellschaft GE Capital ergeben hat. Im März hatten die Unternehmen noch 115 Milliarden Euro eingeplant. Im Durchschnitt wollen mittelständische Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten 87.200 Euro in Maschinen, Software und Büroausstattung investieren. Das sind rund 10 Prozent weniger, als die Unternehmen noch im März für Investitionen eingeplant hatten. Blue Card kaum genutzt Die neu eingeführte Blue Card für ausländische Fachkräfte wird bisher kaum nachgefragt. Offenbar hat Deutschland unter Zuwanderern immer noch einen schlechten Ruf. In den ersten beiden Monaten seit der Einführung der Blue Card Mitte dieses Jahres wurden lediglich 139 Blue Cards an ausländische Fachkräfte vergeben. 112 Blue Cards davon gingen zudem an Fachkräfte, die bereits vor 2012 nach Deutschland eingereist waren. "Der Massenansturm von Fachkräften bleibt aus", sagte Gunilla Fincke, Geschäftsführerin des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration. Wieder weniger Aufträge Die deutsche Wirtschaft bekommt die Euro-Krise zu spüren. Immer weniger Aufträge erreichen die Unternehmen. Im Oktober lag der Markit-Einkaufsmanagerindex bereits zum achten Mal in Folge unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten. Aktuell liegt der Index bei 46 Punkten. "Der rückläufige Index lässt vermuten, dass sich die Unternehmen auf ein schwieriges viertes Quartal einstellen müssen", erklärte Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Einkauf und Logistik.

Mangel auf allen Ebenen

Nicht nur hochqualifizierte Fachkräfte fehlen Nicht nur unter Hochqualifizierten, sondern auch bei Fachkräften mit mittlerer Qualifikation soll es zu einem Fachkräftemangel kommen. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Das Erwerbspersonenpotential wird insgesamt bis 2030 gegenüber dem Jahr 2010 um rund 3,7 Millionen Personen zurückgehen. Das entspricht einem Anteil von 8 Prozent.
Grund für den Rückgang im mittleren Qualifikationsbereich ist neben der sinkenden Zahl von jüngeren Arbeitskräften vor allem eine nur im akademischen Bereich wirksame neue Bildungsexpansion. Unternehmer werden vor allem im Bereich der Gesundheits- und Sozialberufe sowie bei Körperpflegern mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Bis zum Jahr 2030 werde das benötigte Arbeitsvolumen in diesem Sektor auf 7,8 Milliarden Stunden steigen.Anders sieht die Entwicklung des Arbeitsvolumens beispielsweise im Bereich Verkehr, Lager und Transport sowie bei Sicherheits- und Wachberufen aus. Während das Arbeitsvolumen im Jahr 2010 noch bei 5,3 Milliarden Stunden lag, rechnen die Forscher von IAB und BIBB bis 2030 mit einem Rückgang auf 4,8 Milliarden Stunden.

E-Mail-Verbot

Kein Mailverkehr nachts und am Wochenende
DIE FIRMA SMARTMOVE möchte die Produktivität ihrer Mitarbeiter erhöhen. Um dies zu erreichen, schaltet das Unternehmen den E-Mail-Verkehr zwischen 20:00 Uhr und 7:30 Uhr sowie an den Wochenenden ab. Mit dem E-Mail-Verbot möchte Smartmove zur Gesundheit der Mitarbeiter und zur Familienfreundlichkeit beitragen. Dauerhafte Erreichbarkeit verhindere eine effektive Erholung und steigere das Risiko von negativen Folgen für die Gesundheit, erklärt Geschäftsführer Timm Beyer. Mitarbeiter, die nach der Arbeit körperlich und geistig entspannen, sind während der Arbeitszeit produktiver. "Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist für uns ein zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur", sagt Beyer. Dennoch brachte die Einführung der Maßnahme auch Herausforderungen mit sich. Insbesondere in solchen Situationen, in denen Mitarbeiter schon um 7:00 Uhr Informationen benötigen, E-Mails aber erst ab 7:30 Uhr versandt werden können. Das Unternehmen bleibt bei dem neuen Konzept, denn dieses fördere einen bewussteren Umgang mit E-Mails. "Zudem ist nicht immer eine E-Mail notwendig, manchmal ist ein direktes Gespräch effizienter."

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