Freitag, 10.01.2014

Kuden und Märkte Kompakt

BRICS-Länder planen Reservebank+++Deutsche Automotive-Teile gefragt

Märkte

BRICS planen Reservebank
Die BRICS-Länder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika planen die Gründung einer eigenen Reservebank. Diese soll als Stabilitätsfonds dienen. Sollte sich die wirtschaftliche Lage eines dieser Länder verschlechtern, kann dieser gemeinsame Fonds dem betroffenen Staat Unterstützung leisten. Damit möchten die Staaten in Zukunft unter anderem unabhängiger vom Dollar werden. Außerdem soll die Bank Investitions-, Innovations- und Infrastrukturprojekte finanzieren. Davon würden auch deutsche Mittelständler profitieren. Geplanter Start der gemeinsamen Bank ist 2015; zu Beginn soll sich das Kapital auf 100 Milliarden Dollar belaufen, wie auf dem G-20-Gipfel in St. Petersburg bekannt wurde. China soll 41 Milliarden zur Verfügung stellen, Russland, Indien und Brasilien jeweils 18 Milliarden Dollar. Von Südafrika sollen 5 Milliarden Dollar kommen.
Budget verschwendet

"Deutsche Teile gefragt"

Markt und Mittelstand: Dem Automobilmarkt in China steht in den nächsten Jahren weiteres Wachstum bevor. Profitieren davon auch deutsche Zulieferunternehmen aus dem Mittelstand?
Benjamin Leipold: Auch deutsche Zulieferer werden von der Entwicklung profitieren. Bereits in den vergangenen zwei Jahren ist die Anzahl der Standorte deutscher Zulieferer in China um ein Drittel gestiegen. Mehr als 200 Niederlassungen deutscher Zulieferer gibt es aktuell. Der Trend ist also klar: Die Produktion vor Ort wird weiter steigen, was dazu führt, dass künftig noch mehr Zulieferer nach China schauen werden.
MuM: Erhöht sich damit nicht auch automatisch der Wettbewerbsdruck?
Leipold: Für die Zulieferer bedeutet diese Entwicklung, dass sie auch in China präsent sein müssen. Derzeit sind viele chinesische Unternehmen der Automobilindustrie qualitativ nicht so stark wie deutsche Unternehmen. Deshalb greifen viele Hersteller weiter auf deutsche Unternehmen und ihre Produkte zurück - allerdings müssen diese vor Ort sein.
MuM: Wenn sich die Hersteller immer mehr lokal orientieren, wirkt sich dies nicht negativ auf Zulieferer aus, die nur in Deutschland produzieren und von dort aus exportieren?
Leipold: Nicht zwangsläufig. Mittelfristig werden Automobilhersteller auch weiterhin teilweise Güter aus Deutschland importieren. Das gilt vor allem für Produkte, die der chinesische Markt nicht bietet. Im Jahr 2012 zum Beispiel exportierten deutsche Zulieferer Teile und Zubehör im Wert von 7,7 Milliarden Euro an deutsche Hersteller in China -das sind 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Momentan ist das Exportgeschäft nach China also sehr erfolgreich.
MuM: Also bleibt China für Zulieferer auch weiterhin interessant?
Leipold: Der Export von Teilen und Zubehör wird sich auch weiterhin dynamisch entwickeln. Noch dynamischer wird es aber bei den Investitionen der Zulieferbranche im Land zugehen, die getätigt werden, um näher an den Kunden zu sein.

 

 

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