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Digitale Transformation und die Rolle der Netzwerkinfrastruktur

Die Digitalisierung Deutschlands schreitet voran. Ein Glasfaseranschluss bietet gerade für kleine- und mittelständische Unternehmen eine zukunftssichere Antwort auf steigende Bandbreitenanforderungen.

Süleyman Karaman,
Süleyman Karaman, Bildnachweis: Deutsche Glasfaser

Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren langsam an Fahrt aufgenommen. Im Jahr 2023 verzeichnete der Digitalisierungsindex des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz jedoch nur geringe Fortschritte. Ein Grund dafür liegt zweifellos in der anhaltenden Krisensituation, die sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft belastet. Inflation, Probleme in den Lieferketten, die Energiekrise und geopolitische Konflikte tragen dazu bei, dass viele Unternehmen zögern, in digitale Technologien zu investieren.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Ausbau der digitalen Infrastruktur ein entscheidender Schritt für kleine- und mittelständische Unternehmen (KMU). Schnelles Internet ist längst zu einem wichtigen Standortvorteil geworden. Unternehmen, die ihre digitalen Aktivitäten vorantreiben, können eine Vorreiterrolle einnehmen und sich deutlich vom Wettbewerb abheben. Eine zukunftsfähige Option für die digitale Infrastruktur ist ein Glasfaseranschluss. Glasfaser ist als Medium für alle aktuellen und künftigen Bandbreitenanforderungen bestens gerüstet, da es hohe Kapazitäten bietet. Durch die Verlegung von Fiber to the Home (FTTH) bis in die Gebäude steht auch dort sofort die volle Bandbreitenkapazität zur Verfügung. Durch die optische Übertragung mithilfe von Licht ist Glasfaser im Vergleich zu DSL auf Kupferkabelbasis nicht so stark von Dämpfung betroffen und weniger anfällig für elektromagnetische Störungen. Die Technologie bietet größere Bandbreitenreserven als andere Übertragungsmedien und ermöglicht deutlich größere Entfernungen zwischen den Netzknoten. Im Vergleich zu kupferbasierten Alternativen ist Glasfaser zudem deutlich energieeffizienter.

Des Weiteren können Glasfaserleitungen sowohl im Down- als auch im Upload stabile und hochverfügbare Datenraten gewährleisten. DSL-Anschlüsse können diese Anforderungen nicht erfüllen, da ihre Standards keinen symmetrischen Datenverkehr mit den erforderlichen Übertragungsraten ermöglichen. Gerade der Upload ist heute ein entscheidendes Kriterium für die Leistungsfähigkeit eines Netzwerkanschlusses im geschäftlichen Umfeld. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen keine Streaming-Dienste, sondern nutzen bidirektionale Anwendungen wie Videotelefonie oder Cloud-Dienste, die kontinuierlich hohe Übertragungsraten im Up- und Download erfordern.

Für KMU ist es daher sinnvoll, in eine leistungsfähige Netzinfrastruktur auf Glasfaserbasis zu investieren. Nur so können diese sicherstellen, dass ihre Geschäftsprozesse auch in Zukunft reibungslos funktionieren und sie den wachsenden Anforderungen an die Datenübertragung gerecht werden. Mit dem Einsatz von Glasfaser legen Unternehmen den Grundstein für eine erfolgreiche digitale Transformation und sichern sich einen klaren Wettbewerbsvorteil in einer zunehmend digitalisierten Welt. Ein leistungsfähiges Netzwerk ermöglicht es Unternehmen darüber hinaus, Cloud- und Managed-Services zu nutzen und innovative Technologien wie das Internet der Dinge (Internet of Things) einzusetzen. Dadurch können Prozesse optimiert, neue Geschäftsmodelle entwickelt und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Dies führt zu Kosteneinsparungen, besseren Entscheidungsprozessen und einer erhöhten Flexibilität, um schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Durch das Outsourcing von IT-Dienstleistungen können KMU außerdem auf spezialisierte Expertise zugreifen und interne Ressourcen entlasten. Eine solche Zusammenarbeit reduziert darüber hinaus Risiken bei der Implementierung neuer Technologien und beschleunigt den Innovationsprozess.

Des Weiteren eröffnet die Digitalisierung dem Mittelstand neue Geschäftsfelder und Märkte. Durch den direkten Zugang zu Kunden über Online-Plattformen können Unternehmen ihre Reichweite erhöhen und neue Zielgruppen erschließen. Ebenso ermöglicht die Nutzung von Big Data und Künstlicher Intelligenz eine präzisere Analyse von Kundenbedürfnissen und -verhalten, was zu einer verbesserten Kundenbindung und -zufriedenheit führen kann. Um die Chancen der Digitalisierung optimal zu nutzen, ist es jedoch entscheidend, nicht nur in die technologische Infrastruktur zu investieren, sondern auch in die Qualifizierung der Mitarbeiter. Denn nur mit ausreichendem Know-how können KMU die neuen Technologien effektiv einsetzen und innovative Lösungen entwickeln. Unternehmen sollten regelmäßig Schulungsprogramme anbieten, um ihre Mitarbeiter mit den neuesten Technologien und digitalen Tools vertraut zu machen. Zertifizierungsprogramme können den Mitarbeitern helfen, ihre Fähigkeiten offiziell nachzuweisen und weiter zu vertiefen. Gut geschulte Mitarbeiter können digitale Tools effizienter nutzen, was zu einer höheren Produktivität führt, und sie sind besser in der Lage, innovative Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Insgesamt bietet die Digitalisierung für den deutschen Mittelstand immense Möglichkeiten für Wachstum und Innovation. Durch den Ausbau der Netzwerkinfrastruktur und die gezielte Nutzung digitaler Technologien können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und langfristigen Erfolg sichern. Es liegt nun an den Unternehmen, diese Chancen zu erkennen und mutig den Weg in eine digitalisierte Zukunft zu gehen.

Über den Autor: 

Süleyman Karaman ist seit drei Jahren Geschäftsleiter Geschäftskunden (B2B) bei Deutsche Glasfaser. Zuvor war er unter anderem als Managing Director (Geschäftsführer) für Colt Technology Services und als Vice President bei Siemens tätig.

 

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