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Extras machen den Unterschied: Tipps für einen zeitgemäßen Benefit-Mix

One size fits all gilt nicht für Mitarbeiter-Benefits. Individuelle Angebote sind gefragt, sonst verpufft das Investment. Wie gelingt ein zeitgemäßes Programm, das einfach und budgetfreundlich ist?

Lucia Ramminger, Director Human Resources, Edenred Deutschland

Das Gesamtpaket für eine attraktive Employer Brand muss heutzutage mehr denn je stimmen. Für einen überzeugenden Auftritt als attraktiven Arbeitgeber bedarf es einer modernen Führungskultur und zeitgemäßer Rahmenbedingungen wie eine sinnstiftende Tätigkeit und hybride Arbeitsmodelle. Ebenso braucht es einen Mix an Mitarbeiter-Benefits, der sich an unterschiedlichsten Bedürfnissen und Lebensphasen orientiert. Entwicklungen wie ein verstärktes Bewusstsein für Umweltschutz, der Wunsch nach Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben sowie die Digitalisierung, die längst Einzug in unser (Arbeits-)Leben erhalten hat, sollten sich auch im Angebot der Zusatzleistungen widerspiegeln.

Arbeitgebermarke am Puls der Zeit

1. Wertschätzung

Die Arbeit der Mitarbeitenden ist das Rückgrat des Unternehmenserfolgs. Für den täglichen Einsatz wünscht sich jede:r Wertschätzung – ein faires Gehalt ist dafür Grundvoraussetzung.

Zudem sorgen entsprechende Strukturen und Maßnahmen dafür, das Engagement des Einzelnen zu würdigen. Hierzu bieten sich Team-Meetings an, in denen Erfolge gemeinsam gefeiert werden. Ebenso sorgen kleine Gesten wie ein Blumenstrauß für besonders gelungene Projekte bereits für große Freude.

2. Flexibilität

Attraktive Rahmenbedingungen für den Joballtag bedeuten heute vor allem eins: Flexibilität. Gleitzeit, Homeoffice oder Workation – also das Arbeiten von einem beliebigen (Urlaubs-)Ort aus – schätzen viele Arbeitnehmer:innen. Die Freiheit, Arbeitsbedingungen innerhalb eines gewissen Rahmens mitzubestimmen und auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen, ermöglichen es Privat- und Berufsleben bestmöglich in Einklang zu bringen.

3. Zeitvorteil

In unserer schnelllebigen (Arbeits-)Welt ist Zeit ein seltenes und damit hohes Gut. Angebote wie Zuschüsse für die Kinderbetreuung, Sportpausen während der Arbeitszeit, Erholungsbeihilfe oder auch ein zusätzlicher freier Tag am Geburtstag des Mitarbeitenden schaffen Entlastung. Wer sich weniger gehetzt fühlt, ist im Job motivierter und leistungsstärker.

4. Gesundheitsmanagement

Klimakrise, Kriege, Inflation: Die Polykrise erfordert hohe Resilienz von jedem Einzelnen. Unternehmen können hier mit einem nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen. Dabei sollte nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die psychische Gesundheit berücksichtigt werden. Finanzierte Mitgliedschaften für ein Fitnessstudio, Resilienz-Schulungen, individuelle Coaching-Angebote oder Ernährungskurse wirken sich positiv auf Geist und Körper aus.

5. Nachhaltigkeit

Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Regionalität spielen im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle – und sie erwarten auch vom Arbeitgeber ein „grünes Mindset“. Punkten können Unternehmen mit einem flexibel einsetzbaren Mobilitätsbudget für verschiedene Transportmittel wie den ÖPNV, Carsharing, E-Roller und Co. oder mit einem Fahrradleasing-Angebot. Hier stehen zwei Varianten zur Verfügung: ein Dienstrad per Gehaltsumwandlung oder als steuerfreie Variante, wenn das Dienstrad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn überlassen wird.

6. Individuelle, finanzielle Entlastung

Die steigenden Preise sorgen bei vielen Menschen für ein spürbares Loch im Portemonnaie. Ob der wöchentliche Einkauf im (Bio-)Supermarkt, der Stopp an der Tankstelle oder der Restaurantbesuch in der Mittagspause: Je individueller ein „Gehaltsextra“ eingesetzt werden kann, umso mehr Nutzen bedeutet es für den Einzelnen. Eine gute Möglichkeit hierfür ist der steuer- und sozialabgabenfreie 50-Euro-Sachbezug. Mitarbeitende können diesen als wiederaufladbare Gutscheinkarte erhalten und genau dort einsetzen, wo es für sie die meiste finanzielle Entlastung bedeutet.

In 3 Schritten zum nachhaltigen Benefit-Management

Damit ein Benefit-Programm Unternehmen nicht über ihre finanzielle Belastungsgrenze führt, die Etablierung und das laufende Handling nicht zu zeitaufwändig sind und die Zusatzleistungen zugleich bei den Mitarbeitenden punkten, sollten Arbeitgeber folgende Aspekte berücksichtigen:

1. Expertise nutzen: Partner ins Boot holen

Mitarbeitergeschenke, Internetpauschale, der 50-Euro-Sachbezug: Unternehmen haben viele Möglichkeiten ihren Mitarbeitenden Gutes zu tun und zugleich Steuern zu sparen. Um hier nicht den Überblick zu verlieren und rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, braucht es die entsprechende Expertise. Genau über diese verfügen professionelle Anbieter für Sachbezugslösungen. Sie haben stets alle Themen rund um Mitarbeiter-Benefits sowie die rechtlichen Voraussetzungen im Blick, helfen bei der Implementierung sowie Verwaltung und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

2. Im Fokus: Wünsche des Teams

Unternehmen sollten stets die Bedürfnisse ihres Teams kennen. So freut sich ein junger Azubi über einen erfahrenen Mentor:in an seiner Seite, Professionals der Gen Y schätzen Zeit für die (eigene) Familie oder Sportangebote und die erfahrenen Expert:innen der Babyboomer-Generation benötigen Flexibilität für die Pflege von Angehörigen. Natürlich lassen sich nicht alle Generationen über einen Kamm scheren, vielmehr geht es darum, unterschiedliche Lebenssituationen zu berücksichtigen. Umfragen und Personalgespräche geben Aufschluss, welche Benefits und Rahmenbedingungen für den größten Nutzen sorgen – und damit am wirkungsvollsten sind.

3. Stets im Blick: Sozioökonomische Entwicklungen

Wer mit seinem Benefit-Programm Schritt halten möchte, muss dieses an der Lebensrealität der Mitarbeitenden ausrichten. Im Jahr 2024 ächzen viele Menschen unter steigenden Preisen. Gefragt sind also alle Benefits, die für eine spürbare Entlastung im Portemonnaie sorgen. Besonders geeignet: Sachzuwendungen (§ 8 EstG), die Arbeitgeber den Angestellten zum ohnehin geschuldeten Lohn gewähren. Jedoch erhalten Mitarbeitende Sachzuwendungen nicht als Bargeld, sondern in Form einer Sachleistung. Hierzu zählen beispielsweise Verpflegungs- oder Fahrtkostenzuschuss als steuerbegünstigte Gehaltsextras oder steuerfreie Benefits, wie Betreuungskostenzuschuss oder der 50-Euro-Sachbezug.

 

Autorin: Lucia Ramminger, Director Human Resources, Edenred Deutschland

Lucia Ramminger ist seit August 2019 Director Human Resources bei Edenred Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Team betreut sie rund 180 Mitarbeitende und Führungskräfte an drei Standorten. Zu ihrem Aufgabefeld im Personalmanagement zählen unter anderem Themen wie ESG, Digitalisierung von HR-Prozessen, Hybrides Arbeiten, Compensation & Benefits sowie Mitarbeiterbindung und der Ausbau der Arbeitgebermarke.

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