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Studie: So geht es Kleinunternehmen

Das aktuelle Stimmungsbarometer von VR Smart Finanz und CFin – Research Center For Financial Services der Steinbeis-Hochschule zeigt: Kleinunternehmen blicken optimistisch in die Zukunft und haben gleichzetig einen hohen Bedarf an flexiblen und digitalen Finanzierungslösungen.

Steven Ott, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung/Smart Data, VR Smart Finanz

Seit mehr als drei Jahren müssen Kleinunternehmen verschiedene Krisen bewältigen. Die Folgen aus Coronapandemie und Ukraine-Krieg sind für sie bis heute besonders herausfordernd. Obgleich dieser schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, blicken sie optimistisch in die Zukunft: Laut dem aktuellen Stimmungsbarometer von VR Smart Finanz und der Steinbeis-Hochschule erwarten 47 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten eine positive wirtschaftliche Entwicklung, 45 Prozent eine gleichbleibende. Nur ein kleiner Teil erwartet eine Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Situation.

Ihre aktuelle Lage schätzen 60 Prozent der Kleinunternehmen als gut oder sehr gut ein. Die Auftragslage hat sich bei über 80 Prozent in den letzten zwölf Monaten verbessert oder ist zumindest gleichgeblieben. Allerdings verzeichnete im Umfeld gestiegener Kosten knapp die Hälfte der Befragten im gleichen Zeitraum Gewinneinbußen. Auch mit Blick in die Zukunft bereiten die steigenden Kosten, etwa im Energiebereich, weiterhin Anlass zur Sorge: 56 Prozent der befragten Unternehmen sehen diese als größte Herausforderung für die kommenden zwölf Monate.

Hohe Investitionsneigung bei kleinen Unternehmen

Im Umfeld dieser angespannten Kostensituation haben kleine Unternehmen einen erhöhten Bedarf an flexiblen und kurzfristig verfügbaren liquiden Mitteln, das zeigt die Studie ebenfalls. So berichtete knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent), in den letzten zwölf Monaten unter Liquiditätsengpässen gelitten zu haben. Gleichzeitig ist eine anhaltend hohe Investitionsneigung zu verzeichnen: Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe hat in den kommenden Monaten Investitionen geplant. Es ist davon auszugehen, dass dabei immer noch Nachholeffekte aus der Pandemiezeit eine Rolle spielen, aber auch Zukunftsinvestitionen – wie in Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsvorhaben – werden erkennbar wichtiger. Bei Investitionsvorhaben werden Digitalisierungsvorhaben mit 49 Prozent bereits an dritter Stelle genannt, gefolgt von Investitionen in die nachhaltige Optimierung von Geschäftsausstattung und/oder Gebäude mit 47 Prozent.

Um ihre geplanten Investitionen zu finanzieren, stehen Unternehmerinnen und Unternehmern verschiedene Möglichkeiten offen. Der Blick auf das Stimmungsbarometer zeigt, dass der Großteil der Kleinunternehmen (76 Prozent) eine Finanzierung über Eigenkapital bevorzugt. Fast ein Drittel würde auf Fremdkapital in Form eines Bankkredits (28 Prozent) oder Leasing/Mietkauf (acht Prozent) zurückgreifen. Allerdings ist die Finanzierung nicht immer aus Eigenmitteln möglich, gerade vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage der vergangenen Jahre. Laut der Studie würde daher der überwiegende Teil der kleinen Unternehmen, die ihre Investitionen eigentlich über Eigenmittel finanzieren wollen, im Falle geringer oder mangelnder Liquidität eine Fremdfinanzierung aber nicht ausschließen.
 

Onlineabschluss wird bei Finanzierungen relevanter

Haben sich Unternehmen entschieden, eine Finanzierung abzuschließen, gewinnt der digitale Abschluss deutlich an Relevanz: Mehr als zwei Drittel der Befragten (72 Prozent) kann sich vorstellen, eine Finanzierung online abzuschließen. Bei jüngeren Unternehmerinnen und Unternehmern steigt die Neigung nochmal an. In der Altersgruppe zwischen 18 und 39 Jahren signalisierten dies 85 Prozent. Als Wunschpartner für die Onlinefinanzierung geben 80 Prozent der befragten Kleinunternehmen die Hausbank an. Aber auch alternative digitale Vertriebskanäle gewinnen an Bedeutung: Mehr als die Hälfte der Befragten wäre bereit, eine Finanzierung über Finanzierungsplattformen wie COMPEON oder FinCompare abzuschließen. Es zeigt sich also, dass die Affinität, Finanzierungen online abzuschließen, größer geworden ist und sich auch bei Kleinunternehmen mittlerweile als Standard etabliert hat.

Fazit

Klein- und Kleinstunternehmen stellen mehr als 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland und sind daher ein wichtiger Beschäftigungs- und Konjunkturmotor für die deutsche Wirtschaft. Die Ergebnisse des Stimmungsbarometers stimmen positiv, zeigen sie doch, dass Kleinunternehmen relativ stabil durch die Krisen der letzten Jahre kommen und trotz des wirtschaftlich fragilen Umfelds zuversichtlich für die eigene wirtschaftliche Zukunft sind. Deutlich wird aber auch, das steigende Kosten für kleine Betriebe nicht nur eine Sorge für die Zukunft sind, sondern auch zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf führen, beispielweise, um Liquiditätsenpässe zu überbrücken oder auch um notwendige Investitionen zu realisieren. Hier sind vor allem Banken ein wichtiger Partner, um dieser hochrelevanten Kundengruppe auch und gerade in Krisenzeiten, etwa mit schnell und einfach zugänglichen Unternehmerkrediten oder Angeboten zur Investitionsfinanzierung, als zuverlässiger Partner zur Seite zu stehen. Dabei werden Lösungen speziell für nachhaltige Objekte zunehmend wichtiger, da vor dem Hintergrund steigender Energiekosten und zunehmender regulatorischer Anforderungen das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Transformation auch bei Kleinunternehmen steigt. 
 

Über das Stimmungsbarometer

Das Stimmungsbarometer ist eine regelmäßige Studie, die die VR Smart Finanz gemeinsam mit CFin – Research Center For Financial Services der Steinbeis-Hochschule zur Situation und Bedürfnissen von Kleinunternehmen erhebt. Die Befragung fand vom 13. bis 21. April 2023 unter 179 Geschäftskunden, Gewerbekunden sowie Unternehmen aus dem kleineren Mittelstand mit einem Jahresumsatz bis zu sechs Millionen Euro statt. Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter www.vr-smart-finanz.de/stimmungsbarometer .


Über die VR Smart Finanz

Die VR Smart Finanz ist in der genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken subsidiärer Partner für einfachste Mittelstandslösungen. Sie ist damit die Expertin für einfache, schnelle und passgenaue Finanzierungslösungen für den regional verwurzelten Mittelstand und die Geschäfts- und Gewerbekunden der Genossenschaftsbanken. Das Leistungsspektrum umfasst Lösungen für Leasing, Mietkauf und Kredit sowie digitale Services rund um den Finanzierungsalltag. Die Stärke der VR Smart Finanz sind treffsichere und digital gestützte Finanzierungsentscheidungen in Echtzeit – ob im Beratungstermin vor Ort oder über eine Online-Abschlussstrecke auf den Webseiten der Volksbanken Raiffeisenbanken. Weitere Informationen unter: www.vr-smart-finanz.de
 

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