Mittwoch, 01.03.2017
Zentraler Ansprechpartner: Ein Travelmanager hilft dabei, Geschäftsreisen so wirtschaftlich wie möglich abzuwickeln.

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Zentraler Ansprechpartner: Ein Travelmanager hilft dabei, Geschäftsreisen so wirtschaftlich wie möglich abzuwickeln.

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„Bei vielen Unternehmen ist das Thema Reisemanagement unbekannt“

Nur wenige Mittelständler investieren in professionelle Reisemanagementsysteme. Woran das liegt und worauf Unternehmen achten sollten, erklärt Michael Fürer, Leiter Vertrieb Deutschland bei Airplus.
Michael Fürer ist Leiter Vertrieb Deutschland bei Airplus.

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Michael Fürer ist Leiter Vertrieb Deutschland bei Airplus.

Markt und Mittelstand: Geschäftsreisen kosten mittelständische Unternehmen viel Geld. Doch an Reisemanagementsystemen fehlt es oft. Woran liegt das?
Michael Fürer: In vielen mittelständischen Unternehmen ist das Thema Geschäftsreisemanagement schlichtweg unbekannt. Mitarbeiter buchen dort ihre Geschäftsreisen mit der eigenen Kreditkarte und sammeln so für sich Meilen und Punkte. Dieser persönliche Vorteil erschwert die Einführung einer zentralen Steuerung. 

IT soll Kosten senken. Wie viel Geld können Unternehmen durch eine spezielle Reisemanagement-IT einsparen?
Wir gehen davon aus, dass sich zwischen 20 und 30 Prozent der Kosten einsparen lassen. Durch den Einsatz von sogenannten Reisestellenkarten bündeln Unternehmen ihre Ausgaben in einer Sammelrechnung. Sie bekommen so einen besseren Überblick über ihre Ausgaben und können das Thema Geschäftsreisen unternehmensweit gezielt steuern.

Was macht eigentlich ein Travelmanager in einem Unternehmen?
Ein Travelmanager ist für die gesamte Reisemobilität des Unternehmens verantwortlich. Er hilft dabei, Geschäftsreisen so wirtschaftlich wie möglich abzuwickeln. Hinzu kommt: Ein Unternehmen steht in der Fürsorgepflicht, dass seine Mitarbeiter sicher reisen. Auch darum kümmert sich ein Travelmanager.

Ab welcher Firmengröße sollten Unternehmen eine solche Position einrichten?
Schwer zu sagen. Das ist sehr abhängig vom Mobilitätsanspruch eines Unternehmens. Meist findet man in Unternehmen unterhalb von 2 Millionen Euro Jahresumsatz keine Vollzeit-Travelmanager.

Viele Hotels und Fluggesellschaften locken mit Bonuscard-Programmen: Wann lohnt sich das für Mittelständler?
Ein strukturiertes Travelmanagement hilft meist, mehr Geld zu sparen, als durch Bonusprogramme realisiert werden kann. Durch die zentral erfassten und auswertbaren Sammelrechnungen wird die Grundlage gelegt, dass überhaupt Raten verhandelt werden können. Zusätzlich kann man natürlich noch Bonusprogramme nutzen. Sie sollten einen spezifischen Vorteil für das Unternehmen bieten – etwa Punkte sammeln, die die Firma später für Flüge und Upgrades einsetzen kann. Individuelle Bonusprogramme sind da nicht immer zielführend.  

Info

Michael Fürer ist Leiter Vertrieb Deutschland bei Lufthansa Airplus Servicekarten. Das Unternehmen bietet Managementlösungen für die Buchung und Abrechnung von Geschäftsreisen. Es beschäftigt nach eigenen Angaben 1.200 Mitarbeiter und betreut mehr als 45.000 Firmenkunden weltweit.