Freitag, 25.10.2013
Marketing-Einkauf: Durch eine gut durchstrukturierte Checkliste lassen sich Einsparungen erzielen.

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Marketing-Einkauf: Durch eine gut durchstrukturierte Checkliste lassen sich Einsparungen erzielen.

Einkauf
Marketing effizient einkaufen

Checkliste: Leitfaden für den Marketing-Einkauf

Die Beschaffung von Marketing-Leistungen steht meist nicht im Fokus des strategischen Einkaufs. Dabei gibt es hier beachtliche Einsparpotentiale. Eine Checkliste.

In Gegensatz zum Einkauf verschiedener anderer Dienstleistungen, ist der Einkauf von Marketing-Leistungen in vielen Unternehmen noch nicht in den Einkaufsabteilungen angesiedelt. Damit wird die Chance vertan, durch die Erfahrung des Einkaufs Kosten zu senken und Prozesse zu optimieren. Vor allem Mittelständler, aber auch viele Großunternehmen, kaufen Kreativleistungen meist ausschließlich über die Fachabteilung ein. Eine Checkliste für den Einkauf von Marketingleistungen, entnommen aus dem Leitfaden „Einkauf von Marketingleistungen“ vom BME.

1)    Bedarfsanalyse erstellen
Die Bedarfsanalyse enthält einen Überblick über die benötigten  Leistungen. Die Erkenntnisse daraus können für das Forecasting in den Folgejahren genutzt werden.

  • Datenerhebung: Zunächst müssen die aktuellen und eventuell auch die vergangenen Bedarfe ermittelt werden. Hier sollte auf Rechnungsebene ermittelt werden, wenn Unsicherheit darüber besteht, dass alle Rechnungen auch einen Bestellbezug aufweisen.
  • Analyse der Bedarfsdaten: Aufbauend auf der Analyse wird eine Strategieaussage getroffen. Als Analysemethode kommt zum Beispiel die ABC-Analyse in Frage, bei der die Bereiche des Einkaufs mithilfe der Buchstabenzuordnung in Gruppen, je nach Relevanz, zugeordnet werden können.
    Nutzen
  • Rationalisierungsschwerpunkte setzen
  • unwirtschaftliche Anstrengungen vermeiden
  • das „Wesentliche“ vom „Unwesentlichen“ trennen   
  • die Wirtschaftlichkeit steigern
    ABC-Analysen können erfolgen nach

  • Beschaffungsfeld (z.B. Messen, Events, Media, neue Medien, etc.)
  • Dienstleister
  • Einkaufsvolumen
  • Bedarfskontinuität (Einmalbedarf, Wiederholbedarf)
  • Preise und Kosten
  • Strategie, Qualität, Logistik und Kreativität



2)    Marktanalyse anfertigen

  • Allgemeine Markteinschätzung: allgemeine Einschätzung, Einschätzung der Marktentwicklung

  • Länderinformationen: Wirtschaftsdaten, allgemeine Einschätzung / Länderrisiko
  • Marktübersicht: Gesamtmarkt, regionale Marktaufteilung, Marktanteile bei wichtigen Dienstleistungen
  • Kundenstruktur: Hauptabnehmerbranchen, Hauptkunden
  • Dienstleisterstruktur: Hauptlieferanten, Produktspektrum, Prozesstechnologie
  • Preise: Preisentwicklung der Materialgruppen, Preisentwicklung von Einzelmaterialien
  • Markttrends: Innovationen, Technologie



3)    Die Anbieteranalyse
Die Anbieteranalyse ist ein Mittel zur Beurteilung möglicher zukünftiger Dienstleister. Sie ist die Basis für jede Lieferantenauswahl. Zusätzlich lassen sich durch eine Analyse der bestehenden Dienstleister auch Synergien, Chancen und Risiken erkennen. Als Informationsquellen kommen hier exemplarisch in Frage:

  • öffentlich zugängliche Daten (Internet, Fachpresse, Wirtschaftsauskünfte, Branchenverbände, etc.)
  • vom jeweiligen Unternehmen selbst veröffentlichte Daten (Geschäftsberichte, Pressemitteilungen, Werbebroschüren, Bilanzen, Unternehmenswebseiten, etc.)
  • Selbst erhobene Daten (z.B. Lieferantenselbstauskunft, Gespräche mit Mitarbeitern, Branchenkennern)


4)    Strategische Lieferantenauswahl
Die Auswahl geeigneter Lieferanten oder Dienstleister baut auf der Anbieteranalyse auf.

  • Nachvollziehbare und von der Fachabteilung akzeptierte Kriterien sind die Voraussetzung dafür, dass Bewertungen von den Beteiligten akzeptiert und vor allem die aufgrund der Bewertungen getroffenen Entscheidungen mit getragen werden.
  • Gerade im kreativen Umfeld ist es aus Qualitäts-, Kosten- und Compliance-Gründen unerlässlich, die Wirkung persönlichen Beziehungen auf die Auftragsvergabe durch Einsatz transparenter und dokumentierter Bewertungsmaßstäbe einzuschränken bzw. auszuschließen.



Tipp: Nutzen Sie als Einkäufer den Markt, um sich Kompetenz anzueignen

  • Fordern Sie Vergleichsangebote ein, lassen Sie sich von Anbietern die Leistung beschreiben. Reden Sie erst dann mit, wenn Sie die Materie verstehen, hören Sie vorher aufmerksam zu.
  • Anfragen an Lieferanten sollten stets mit einem vollständigen Lastenheft erfolgen; denn in der Regel wird es sich um eine Werkleistung handeln. Solch ein Lastenheft sieht für Print anders aus als für eine Kreativkampagne oder ein Event. Je sorgsamer das Lastenheft, desto einfacher der Angebotsvergleich.
  • Mindestens ebenso wichtig ist das Netzwerk mit Einkäufern aus anderen Unternehmen bzw. das Sondieren über Kontakte bei Dienstleistern – die Werbebranche lebt von Empfehlungen, dass sollte sich der Einkauf zunutze machen, ohne sich in eine Abhängigkeit zu begeben.

 

 

Info

Der Leitfaden „Einkauf von Marketingleistungen“ wurde veröffentlicht vom  Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Der Verband ist Dienstleister für rund 7.500 Einzel- und Firmenmitglieder. Ziel ist es, die Wissenschaft, die Aus- und Weiterbildung sowie den Erfahrungsaustausch auf allen Gebieten der Materialwirtschaft, des Einkaufs und der Logistik zu fördern.


Für den ausführlichen Marketing-Einkauf Leitfaden von „BME“ und für mehr Informationen klicken Sie hier.