Mittwoch, 10.09.2014
Durch den 3D-Druck entstehen auch im Einkauf neue Möglichkeiten.

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Durch den 3D-Druck entstehen auch im Einkauf neue Möglichkeiten.

Einkauf
Kooperation von Einkauf, Produktion und Entwicklung

Einkauf 4.0: Mehr Einfluss für die Beschaffung

Der Einkauf ist im stetigen Wandel. Mehr und mehr wird aus dem Beschaffer ein Stratege. Der 3D-Druck wird dies beschleunigen.

Die Digitalsierung eröffnet dem Einkauf neue Möglichkeiten. Flagschiff der Digitalisierung ist der 3D-Druck. Das additive Fertigungsverfahren führt zur Senkung vieler Kostenkomponenten im Unternehmen. Ersatzteile können an Ort und Stelle gedruckt werden. Transport- und Materialkosten  sinken. Mehr als zwei Drittel der Einkaufsleiter gehen davon aus, dass Technogien wie der 3D-Druck zu einer Flexibilisierung des Einkaufs führen werden. Vier von fünf Einkaufsmanagern vertreten die Meinung, dass die Digitalisierung die Kooperation von Einkauf, Entwicklung und Produktion verstärken wird. Dies geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC hervor. Befragt wurden 110 Einkaufsleiter.

Aus Industrie 4.0 ergibt sich Einkauf 4.0. Produktionsentscheidungen können sich schneller an der Nachfrage orientieren, wenn der Einkauf entsprechend mitziehen kann. Diese Möglichkeit entsteht durch den 3D-Druck. Damit werden auch Zulieferer enger an den Einkauf angebunden. „Im Idealfall lassen sich Warenbestände automatisiert und in Echtzeit abfragen und anfordern“, sagt PWC-Partner Norbert Fischer.

Einkauf regiert mit

Der Einkauf wird immer stärker zu einer zentralen Stellschraube im Unternehmen. Heute ist der Einkauf viel stärker in Entscheidungen bezüglich Produktmanagement und Risikomanagement eingebunden als noch vor fünf Jahren. Viele Unternehmen setzen Einkaufsleiter bei wesentlichen Entscheidungsprozessen mit an den Tisch. „Sie bestimmen mit, welche Produkte künftig produziert und vertrieben werden sollen und wie diese am effizientesten auf den Markt gebracht werden können“, kommentiert Fischer. 81 Prozent der Befragten gab an, im Risikomanagement an Entscheidungen beteiligt zu sein, 75 Prozent sahen dies so bei Produktinnovationen. Die Befragten sagten, dass diese Entwicklung auch eine Konsequenz der Digitalisierung sei.

 

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Damit sind jedoch auch die fachlichen Anforderungen an den Einkäufer gestiegen. Dies stellten 90 Prozent der Einkaufsleiter fest. Das Gehalt zog allerdings nicht entsprechend nach. Jeder zweite Manager verdient heute maximal 10 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Nur zwölf Prozent gaben an, dass sie ihr Gehalt um mindestens ein Fünftel steigern konnten.