Donnerstag, 16.02.2017
Je größer die Einsparung, desto lieber greift der Unternehmer bei Rohstoffen zu.

Fotoquelle: Midkhat/Thinkstock Photos/Getty Images

Granitabbau: Ob ein Unternehmen später auch den Rohstoff kauft, ist vor allem vom Preis abhängig.

Einkauf
Exklusiv-Umfrage

Einkäufer gelten im Mittelstand als Kostendrücker

Wie stellen Mittelständler ihre Beschaffungsabteilungen auf? Und wie sehr sind sie auf die Zukunftsherausforderungen vorbereitet? Kloepfel Consulting hat dazu exklusiv für „Markt und Mittelstand“ Unternehmen befragt.

Noch immer sieht der deutsche Mittelstand die Einkaufsabteilung in erster Linie als Instrument, um Kosten einzusparen. In einer Umfrage unter Fach- und Führungskräften gaben drei von vier Befragten an, dass sie den Einkauf vor allem als Kostendrücker betrachten. Immerhin für fast 60 Prozent hat die Beschaffungstruppe auch eine strategische Bedeutung.


Welche Rolle hat der Einkauf in Ihrem Unternehmen? (in % der Befragten, Mehrfachantwort möglich)

Quelle: Kloepfel Consulting für Markt und Mittelstand

Das innovative Potential des Einkaufs hat knapp ein Viertel der Befragten auf dem Schirm, für ähnlich viele Befragte leistet diese Abteilung auch einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens. Exklusiv für „Markt und Mittelstand“ hat die Einkaufsberatung Kloepfel Consulting mehr als 300 Fach- und Führungskräften befragt. Mehr als 75 Prozent davon waren Einkäufer.

„Einkauf muss proaktiver werden“

Überraschend ist, dass jeder sechste Befragte (18 Prozent) nicht weiß, wie wirksam sein Einkauf arbeitet. Dies spricht dafür, dass das Controlling immer noch recht stiefmütterlich in den Unternehmen behandelt wird. „Hier muss sich der Einkauf proaktiv besser aufstellen“, sagt Geschäftsführer Marc Kloepfel.


Messen Sie die konkreten Leistungen Ihres Einkaufs? (in %)

Quelle: Kloepfel Consulting für Markt und Mittelstand

Das E-Procurement, also das unternehmerische Einkaufen im Internet, wird bisher nur in begrenztem Ausmaß genutzt. Denn gerade einmal jedes zehnte Unternehmen kauft mehr als die Hälfte seiner Waren im Internet ein. Auch hier besteht sicherlich Nachholbedarf, den ein Großteil allerdings schon erkannt hat: 29 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie in zehn Jahren mehr als 50 Prozent des Bestellvolumens elektronisch abwickeln werden.