Montag, 06.01.2014
Einkauf
Preissteigerungen zum Jahresende wahrscheinlich

Einkauf in der Türkei: Die wichtigsten Trends 2014

Der deutsche Einkauf in der Türkei wächst auch 2013. Die Türkei ist ein wichtiges Einkaufsland für den Mittelstand. Ende 2014 drohen Preissteigerungen durch die Schwäche der türkischen Lira. Ordern sollte der Einkauf verstärkt zu Jahresanfang.

Der deutsche Einkauf in der Türkei hat 2013 zugelegt. Zwischen Januar und November stiegen die türkischen Exporte nach Deutschland um 3,4 Prozent, wie das türkische Statistikamt Turkstat mitteilte. Andere Länder, insbesondere aus dem arabischen Raum, haben ihre Einkäufe in der Türkei deutlich zurückgefahren. Deutschland blieb auch in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 wichtigster Abnehmer türkischer Produkte nach Angaben von Germany Trade and Invest (GTAI). Insgesamt lagen die Ausfuhren bei 10 Milliarden US-Dollar und beliefen sich damit auf knapp 9 Prozent aller Ausfuhren des Landes.
Das Interesse der deutschen Unternehmen an der Türkei ist weiterhin sehr hoch, berichtet die GTAI. „Wichtigste Einfuhrgüter der Bundesrepublik aus der Türkei sind Textilien und Bekleidung, Kraftfahrzeuge und -teile sowie Nahrungsmittel“, erklärt GTAI-Länderreferentin Sofia Pankratz. Auch die Qualifizierung der türkischen Lieferanten durch die Automobilindustrie verstärkt die Verflechtung mit diesem Sektor.
Experten warnen jedoch  vor der aktuellen Situation. „Die Lage ist sehr instabil im Moment, und die Geschäftswelt befinde sich eher in Wartestellung“, sagt die GTAI. Eine verlässliche Prognose für 2014 ließe sich derzeit nicht erstellen. Bestehende Geschäftsverbindungen würden allerdings nicht von der politischen Krise beeinträchtigt werden.

Einkauf in der Türkei: günstigere Preise zu Jahresanfang

Die türkische Lira verliert gegenüber dem US-Dollar zunehmend an Wert. Diese Entwicklung begünstigt zunächst den Einkauf in der Türkei, da die Preise der türkischen Waren dadurch sinken. Doch die türkische Industriebasis, die in hohem Maße von Importen abhängt, wird dadurch beeinträchtigt. Denn die Schwäche der Landeswährung verteuert die Preise der türkischen Importe. Dies dürfte sich negativ auf die niedrige Investitionsquote in der Türkei auswirken und schließlich zu Preissteigerungen im Jahresverlauf führen. Daher sollte der mittelständische Einkauf verstärkt zu Jahresanfang die niedrigen Preise als Folge der schwachen Lira nutzen.

Steuererhöhungen treibt PreiseWichtigster Handelspartner Deutschland bleibt aktiv: Durch die niedrige Notierung der türkischen Lira wird sich der deutsche Einkauf verstärkt dem türkischen Markt zuwenden.
Doch die Steuererhöhungen zu Jahresbeginn und die Schwäche der Landeswährung treiben die Preise in der Türkei nach oben. Durch die Abwertung der Lira steigen die Preise der türkischen Importe. Dies dürfte sich im Jahresverlauf verstärken und die Industriebasis des Landes schwächen. Ende des Jahres ist mit Preiserhöhungen zu rechnen, so dass der Einkauf die günstigen Preise verstärkt zu Jahresbeginn nutzen sollte.
Bildquelle: Margot Werner, bear. Erich Westendarp / Pixelio
Automobilsektor qualifiziert LieferantenZwischen Januar und Juli 2013 stiegen die Kfz-Ausfuhren um 15 Prozent. Die Automobilindustrie hat die Qualifizierung von Lieferanten in dem Land verstärkt. Damit dürfte der Automobilsektor auch 2014 deutlich stärker wachsen.
Bildquelle: VolvoPolitische Krise Gefahr für PreissteigerungenDie politischen Querelen beeinträchtigen die sensible wirtschaftliche Lage. Wenn ausländische Gelder als Folge des Korruptionsskandals abgezogen werden kann die Zentralbank kaum gegensteuern, da die Fremdwährungsreserven begrenzt und abnehmend sind.
Damit müsste die Zentralbank die Zinsen erhöhen, was wiederum die Preisspirale antreiben und die Investitionen drücken dürfte. Für den deutschen Mittelstand steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Lage zu Jahresende ungünstiger sein könnte als zu Jahresanfang.
Bildquelle: Jon Smith / Wikicommons