Montag, 15.06.2015
Der Einkauf in dem südafrikanischen Land wird durch Streiks und Stromausfälle behindert.

Bildquelle: LorenzoT81/Thinkstock/Getty Images

Südafrika besitzt die bedeutendsten Rohstoffreserven weltweit. Der Einkauf in dem südafrikanischen Land wird durch Streiks und Stromausfälle behindert.

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Private Kraftwerksbetreiber bauen Versorgung aus

Einkauf in Südafrika: Stromausfälle knebeln Produktion

Stromausfälle und Streiks legen Südafrika immer wieder lahm. Der Einkauf in Südafrika ist eine herausfordernde Aufgabe. Doch in einigen Jahren könnte das Land deutlich besser dastehen.

Beim Einkauf in Südafrika regiert die Unsicherheit. Ein geringes wirtschaftliches Wachstum hemmt den Abbau der hohen Arbeitslosigkeit und der sozialen Ungleichheit. Analysten sprechen von 5 Prozent, die das Land braucht. 2014 dürften lediglich 1,4 Prozent erreicht werden. Stromausfälle und Streiks sind die größten Widerstände. Dennoch gibt es einige positive Signale aus dem Land. Private Erzeuger kommen zum Zuge und investieren in Kraftwerke. Die Regierung hat große Programme gestartet. Modellprojekte initiieren die Nutzung von Brennstoffzellen.

Allerdings dürfte Strom noch einige Jahre knapp bleiben. Ein Signal hat Mercedes Benz 2014 gesetzt mit der Ankündigung, dass neben China und den USA im Zuge der verstärkten Lokalisierung auch der Einkaufsstandort in Südafrika eine wichtigere Rolle spielen wird. Als Hubs sind diese Standorte für den  Einkauf in ihrer jeweiligen Region umfassend für das Lieferantenmanagement und die Kaufteilequalität verantwortlich.

Eine Reihe von Automobilherstellern produzieren seit einigen Jahren in Südafrika. Doch durch die streikbedingten Ausfälle gibt es auch einen teilweisen Rückzug. Der Bau eines neuen BMW-Modells in Rosslyn bei Pretoria entfällt. 2013 hatten die Streiks bei BMW den Bau von 13.000 Fahrzeugen verhindert. Durch den Streik von 220.000 Metallarbeitern stoppte BMW im Sommer 2014 vorübergehend die Produktion. Eine weitere Streikwelle im öffentlichen Sektor droht. Die Lohnerhöhungen liegen deutlich über den Produktivitätssteigerungen.

Einkauf in Südafrika von Mercedes ausgebaut

Der Automobilsektor ist der größte Produktionssektor in Südafrika. Mercedes Benz produziert seine C-Klasse, die volumenstärkste Mercedes-Benz-Baureihe, erstmals im Verbund auf vier Kontinenten. Ein Produktionsstandort ist East London in Südafrika. Lokale Zulieferer steuern einen hohen Anteil bei. „Die produktionsnahe Beschaffung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Wirtschaftlichkeitsziele“, sagte Klaus Zehender auf einem Pressegespräch im November 2014. Mit der neuen C-Klasse habe man die Lokalisierung in Südafrika im Vergleich zum Vorgängermodell weiter erhöht. Sukzessive soll die Lokalisierung auf 60 Prozent gesteigert werden.

Mit dem Hersteller ziehen auch Zulieferer nach. Das Abgassystem der neuen C-Klasse, das aufgrund seiner Größe lokal hergestellt wird, stammt von Boysen. Der Schwarzwälder Zulieferer produziert seit 2014 komplette Abgasanlagen in East London und dort einen neuen Standort errichtet. Gerade der Rohstoffreichtum Südafrikas ist besonders interessant für den Einkauf. In diesem Sektor steigt auch der Export am stärksten.