Donnerstag, 14.02.2013
Einkauf
Einkauf und Beschaffung

eProcurement überzeugt Einkäufer

Einkäufer prüfen verstärkt die Einsatzfelder von eProcurement. Damit lassen sich Kapazitäten für andere Aufgaben schaffen. Die Effizienz in der Beschaffung steigt durch eProcurement.

Das Thema eProcurement findet seinen Weg zu den Einkäufern im Mittelstand. Eine Blaupause gibt es allerdings nicht. Die Einkäufer nähern sich dem eProcurement auf höchst unterschiedliche Weise. Je individueller das Produkt, desto schwieriger wird die elektronische Abwicklung. Vorteil beim eProcurement: Es werden Prozesse ausgelagert, und der Einkauf bekommt freie Hand für strategische Aufgaben.

Susanna Klier, Leiterin Strategischer Einkauf Server & Storage Software, Fujitsu Technology Solutions GmbHBei uns werden neue Systeme im eProcurement etabliert, um Beschaffung zu vereinfachen. Dies sind IT-Systeme, die über die SAP-Bestellung hinausgehen. Besonders interessant ist eProcurement für internationale Projekte, um die Verfügbarkeit von Informationen ad hoc zu gewährleisten.
Bildquelle: FujitsuRoland Dimbath, Leiter Einkauf, Rodenstock GmbHViele unserer Produkte eignen sich nicht für ein klassisches eProcurement. Möglich ist aber beispielsweise die Spezifikation von Kartonagen über eine elektronische Plattform oder die elektronische Ausschreibung von Transportleistungen. Durch die elektronische Beschaffung konnten wir Teile des Einkaufsprozesses auf den Bedarfsträger auslagern. Im Einkauf hat uns dies Effizienzgewinne von rund 20 Prozent ermöglicht.
Bildquelle: RodenstockErnst Kranert, Bereichsleitung Einkauf, Wolf HeiztechnikBei uns läuft in der Beschaffung über 90 Prozent elektronisch über unser Lieferantenportal. Damit haben wir 24 Prozent Kapazitäten auf Beschaffungsseite eingespart, unsere Expresskosten laufen gegen Null. Unsere Einkäufer sprechen jetzt verstärkt mit Lieferanten und können dadurch Risiken in der Lieferkette besser erkennen. Die Lieferperformance hat sich dadurch von gut 80 Prozent auf über 98 Prozent erhöht – für uns eine sehr erfreuliche Entwicklung.
Bildquelle: Wolf HeiztechnikHans Heinold, Geschäftsführer, Bechtle Logistik & Service GmbHIn unserem Produktportfolio befinden sich 51.000 Artikel. Manuelle Bestellungen, die über Postversand an die Lieferanten übermittelt werden, wären ausgesprochen unwirtschaftlich. Wir bestellen seit 1999 elektronisch und waren damals das erste IT-Unternehmen, das dieses Thema im Markt etabliert hat. Mittlerweile läuft unser gesamter Einkauf von Handelsware über E-Procurement, wenn bestimmte Parameter wie Herstellerreferenzen, Preise und Verfügbarkeit innerhalb der Produktkategorie erfüllt sind und die Lieferanten an unser System angebunden sind.
Bildquelle: Bechtle Logistik & Service GmbHFrank Beckmann, Leiter Einkauf, NordseeeProcurement nutzen wir nur in einem geringen Ausmaß, unter 2 Prozent unserer Bestellungen. Lediglich die Beschaffung von Büro- und Hilfsmaterialien läuft bei uns über eProcurement. Grund ist, dass unsere Waren individuell angepasst sind. Auch der Versuch einer eAuction lief nicht erfolgreich ab, so dass wir bei individuellen Bestellungen bleiben werden. Diese wickelt allerdings ein Broker ab. Damit entfällt bei uns der administrative Aufwand individueller Bestellungen in der Beschaffung.
Bildquelle: Nordsee