Freitag, 11.05.2012
Einkauf
Mittelstand: Einkauf im Ausland

Globale Beschaffung wichtiger

Ein Thema rutscht immer mehr auf die Agenda im Mittelstand: Global Sourcing. Unternehmer kaufen häufiger im Ausland ein.

Global Sourcing gewinnt gerade in großen mittelständischen Unternehmen immer mehr an Bedeutung, wie eine aktuelle Studie von D&B ergeben hat. Ausgabentransparenz und Risikomanagement genießen dabei höchste Priorität. 50 Prozent der Einkäufe realisieren Unternehmen mittlerweile im Ausland. Bei kleineren Mittelständlern liegt der Anteil etwas niedriger. Nur ein Fünftel der Firmen kauft heute noch lokal ein.

 

Doch der Einkauf im Ausland kann sich positiv auf die deutsche Wirtschaft auswirken. „Deutsche Firmen, die die aus dem Sourcing in ausländischen Märkten entstehenden Kostenvorteile für ihren Geschäftserfolg nutzen, sichern damit auch einheimische Arbeitsplätze“, sagt Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME).

Hildebrandt sieht es positiv, wenn auch die kleineren mittelständischen Unternehmen nachziehen: „Wenn dieser Trend zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft beiträgt, ist das begrüßenswert.“

 

Dienstleister besonders international aktiv

 

Besonders aktive „Global Sourcer“ sind Dienstleistungsunternehmen. Sie beschaffen sich ihr Material zu 75 Prozent im Ausland. Unternehmen aus der Telekom- und IT-Branche sind mit 32 Prozent am wenigsten international tätig, was den Einkauf angeht.

 

Doch nicht nur der Anteil an Beschaffungen im Ausland spricht eine deutliche Sprache. Auch die Verteilung auf verschiedene Märkte zeigte eine wachsende Internationalität. Die Ergebnisse gehen aus einer Studie von D&B hervor.

 

Risikomangement wird schlechter

 

„Aufgrund der Globalität seien auch die Themen Ausgabentransparenz und Risikomanagement immanent wichtig“, sagt Michael Seifert, Manager Business Development & Services Supply Management Solutions D&B Deutschland GmbH und Autor der Studie.  Diese beiden Aspekte stehen auf der Agenda der Unternehmen. Ihren Umgang mit Risiken sahen Unternehmer 2011 allerdings schlechter als im Vorjahr – sie bewerteten ihn mittelmäßig. Auch in der Ausgabentransparenz nahm die Leistung im Vergleich zu 2010 ab. Sie liegt aber weiter auf einem guten Niveau.

 

Nachhaltigkeit weniger auf Agenda

 

Rückblickend auf das vergangene Jahr ist ein Themenpunkt in der Unternehmer-Gunst deutlich abgerutscht: die Nachhaltigkeit. Sie stand 2010 noch auf Rang zwei der Prioritätenliste. Ein Jahr später fand sie sich auf dem vorletzten Platz wieder. Aktuell wird die Nachhaltigkeit wieder höher eingeschätzt – ob sich diese Einschätzung bewahrheitet wird man im kommenden Jahr sehen müssen.

 

Quellen: D&B, BME , Markt und Mittelstand

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