Montag, 04.11.2013
Hewlett-Packard ist Vorreiter bei dem Thema grüner Einkauf in der It-Branche.

Bildquelle: Hewlett-Packard

Ökologische Beschaffung bei Hewlett-Packard: Zunehmend erhalten die Zulieferer grüne Vorgaben.

Einkauf
Hewlett-Packard bindet Zulieferer ein

Grüner Einkauf: die ersten Sprösslinge

Theoretisch ein alter Hut: Ökologie im Unternehmen. Die Praxis sieht anders aus: Grüner Einkauf hat noch Seltenheitswert. Beispiele von Unternehmen, die sich grünen Einkauf auf die Fahnen geschrieben haben.

Die grüne Steuerungszentrale von Hewlett-Packard heißt HP Environmental Contact Center. In diesem ökologischen Sammelbecken gehen Anfragen von Kunden, eigenen Mitarbeitern – beispielsweise aus dem Vertrieb – oder anderen Interessenten ein. Allein aus Deutschland kommen jährlich rund 500 Anfragen.

Eine Kundenanfrage lautete zum Beispiel: „Setzen Sie regenerative Energie in Ihren Rechenzentren ein?“ Hintergrund war, dass der Kunde mit Unterstützung von HP ein neues E-Business aufbauen wollte. Grüner Einkauf war für ihn ein Wettbewerbsargument, denn er wollte für seine Endkunden den „Carbon Footprint“ dieses neuen Services als Verkaufsargument nutzen.

Schwerpunkt des Interesses sind Energieverbrauch oder Energieeffizienz. Die Anfragen zu den Lieferanten oder Lieferketten laufen unter „ferner liefen“.

Weniger als 2 Prozent der Anfragen zielen auf die ökologischen Aspekte der Lieferkette von HP. Dies schreckt den Umweltmanager Michael Kaminski-Nissen nicht. Seit 2008 beschäftigt er sich auch mit dem Thema ökologische Beschaffung, als er den „Leitfaden für den umweltbewussten Einkauf“ erarbeitete. „Damals gab es noch nichts vergleichbares“, sagt Kaminski-Nissen.

Grüner Einkauf: Lieferanten müssen CO2-Emissionen senken

Kürzlich hat HP seinen Tier-1-Zulieferern auferlegt, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Als Referenzwert dient hierbei der Wert aus dem Jahr 2010.

Die Klimaziele wurden zusammen mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) erarbeitet und sollen nach Angaben von HP dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen in der Lieferkette des Unternehmens um zwei Millionen Tonnen zu reduzieren. HP will die Zulieferer beim Erreichen dieser Ziele auf verschiedene Arten unterstützen, wobei finanzielle Anreize ebenso eine Rolle spielen wie zusätzliche Effizienzprogramme.

Eine weitere Maßnahme von HP im Rahmen der ökologischen Beschaffung ist der verpflichtende Verhaltenskodex. Die rund 700 wichtigsten Unternehmen der ersten Stufe der Lieferkette müssen diesen unterzeichnen. Darin finden sich auch Umweltschutzstandards.

Doch für die Lieferanten ist dies schon fast Schwerstarbeit. Ein Bericht der Organisation Carbon Disclosure Project (CDP) hat gezeigt, dass die Messung der CO2-Emissionen in der Lieferkette schwierig ist. Nur 20 Prozent der befragten Unternehmen konnten dazu Zahlen angeben.

Bei dem Unternehmen  Memo ist die ökologische Beschaffung Alleinstellungsmerkmal. Dazu wurden auch einige Produkte bis zum Rohstoff zurückverfolgt.